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Dem Förderverein für Denkmalschutz ist neues, interessantes Bild- und Textmaterial zugegangen, weshalb die Vorstandschaft die Erstellung einer zweiten Chronik beschlossen hat. Der Vorsitzende Helmut Ruhland, sein Stellvertreter Günter Woppmann und Schriftführer Konrad Bezold möchten den Bürgern zeigen, wie sich Weiden in über 160 Jahren von einem Kleinstädtchen mit rund 4.000 Einwohnern zur Metropole der nördlichen Oberpfalz entwickelte. Daher wird die Chronik in „Bei uns daheim“ vorgestellt.

Die Geschichte nahm am 1. Oktober 1863 ihren Lauf, als der erste Personenzug in den neu gebauten Weidener Bahnhof einfuhr. Bis zum Jahr 1900 wuchs die Bevölkerung bereits auf 12.676 Einwohner an. Der Bau der Zentralwerkstätte 1896/97 durch die „Königlich Bayerische Staatseisenbahn“ brachte einen kräftigen Arbeitsplatzaufschwung für Weiden und die Region: Zu Spitzenzeiten waren bei den elf Dienststellen der Bahn über 4.000 Personen beschäftigt.

Nachdem in den 1990er Jahren die Auflösung des Ausbesserungswerks (AW) Weiden und weiterer Dienststellen erfolgte, entwickelte der damalige Oberbürgermeister Hans Schröpf die Idee, eine Dampflok als Denkmal auf dem ehemaligen AW-Gelände aufzustellen. Da in der Bundesrepublik Deutschland bereits alle brauchbaren Lokomotiven verschrottet waren, wurde über das Eisenbahnmuseum Nördlingen eine Dampflok aus ehemaligen DDR-Beständen gekauft. Nach ihrer Renovierung wurde die Lokomotive am 14. Dezember 1991 in einem feierlichen Akt durch OB Hans Schröpf der Öffentlichkeit übergeben.

Um das Denkmal mit einer Überdachung vor dem Verfall zu schützen, wurde im Dezember 2007 der Förderverein für Denkmalschutz gegründet. Im Jahr 2008 genehmigte das Bayerische Finanzministerium dem Verein aufgrund der Satzung die Ausstellung von Spendenbescheinigungen für gemeinnützige Zwecke und stufte die Dampflok als „Industriedenkmal“ ein. Das Landesamt für Denkmalpflege und der Petitionsausschuss – welche beide dem Kultusministerium unterstellt sind – haben die Anträge der Stadt Weiden und des Fördervereins auf eine offizielle Anerkennung als Industriedenkmal jedoch stets abgelehnt.

Die neue Chronik kann am 23. Mai 2026 zum „Tag des Ehrenamtes“ für 5,00 € erworben werden. An diesem Nachmittag wird zudem der Führerstand des Denkmals für Besucher zugänglich sein. Helmut Ruhland