Ein bisschen Wehmut begleitete die Gläubigen in der Eucharistiefeier am Samstag in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer schon. Sie hörten klangvolle Männerstimmen der Chorgemeinschaft der Nachbargemeinde Flossenbürg unter Leitung von Herbert Kraus. Wehmut deshalb, weil es in Floß seit der Auflösung des Liederkranzes Plankenhammer keinen Männerchor mehr gibt. Auch der Liederkranz 1862 hatte zum aktiven Wiederbeginn seiner Pflege des Liedgutes nach dem Zweiten Weltkrieg einen großartigen Männerchor, der in allen Stimmen zum Teil mit insgesamt bis zu 50 Sängern besetzt war. Davon kann man nur noch träumen. Der Chor wurde durch den Einbezug der Frauen zu einem gemischten Chor, doch auch diese Gemeinschaft löste sich leider im letzten Jahr auf.
Gottesdienst mit gesanglicher Gestaltung durch einen Männerchor zu feiern ist deshalb gerade in der heutigen Zeit zu einem schönen gesanglichen Erlebnis geworden. Dafür dankten die Gläubigen dem Männerchor aus der Nachbargemeinde. Es war ein spontaner Beifall und ein herzliches Vergelt’s Gott von Pfarrer Max Früchtl für den spürbar und hörbar klingenden Chor mit jedem der 18 mitwirkenden Sänger. Feierliche Töne von Männerstimmen, die in den Kirchen gerade in der heutigen Zeit so gut wie selten zu hören sind. Erfreulich, dass der Chor durch Männerstimmen aus dem Markt Floß verstärkt wird. Auch ein Grund dafür, dass man in den beiden christlichen Kirchen in Floß und Flossenbürg diesen Exkurs wieder gestartet hat und zur Tradition werden ließ.
Eingeleitet wurde die Eucharistiefeier mit dem „Lobpreis“ nach Dimitri Bortiansky. Beim Antwortgesang war das „Laudate” von Frey-Völlen zu hören. Eindrucksvoll die Liedbeiträge bei der Gabenbereitung „Warten auf den Herrn“ von Lorenz Maierhofer und beim Sanctus aus dem De Deum „Heilig, heilig, heilig“ von Frey-Völlen. Beim Agnes Dei glänzte der Chor mit „Frieden“ von Gotthilf Fischer. Einen absoluten Höhepunkt gab es beim Dankgesang „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Ottmar Kist und dem Schlusslied „Herr, deine Güte reicht so weit“. Beide Vorträge beendeten einen erfüllten musikalischen und gesanglichen Gottesdienst. Die Einstudierung der sieben Liedvorträge durch Chorleiter Herbert Kraus führte zu einer großartigen Vertragsweise des Männerchores.