Die Idee ein Feldkreuz zu errichten, reifte von Bautechniker Rudi Prölß im Jahr 2008 mit der Generalsanierung des Simultanfriedhof-Gebäudes. Es sollte ein Steinsockel aus Granit, für den keine Verwendung möglich war, als Bauschutt entsorgt werden. Nach jahrelanger Zwischenlagerung und im Einvernehmen mit der Gemeinde Weiherhammer ging Prölß das Projekt 2021 an. Als Standort bot sich das spitzförmige Grundstück am Galgenbühl an. Der Imker- und Bienenzuchtverein, dessen Vorsitzender seit 22 Jahren Prölß ist, umrahmte vor Jahren die Fläche mit einer Lindenallee. Zuvor wurde sie als Bienenweide herangezogen. Prölß ließ zuerst den heruntergekommenen Granitblock mittels Sandstrahlen reinigen. Ein Freund fertigte das Metallkreuz und die Schrifttafel aus Edelstahl nach gegebener Vorlage an. Der Schnittpunkt des Kreuzes stellt die Zelle einer Bienenwabe dar. In dieser Mitte ist eine rotierende Messingkugel eingebaut. Sie soll die Erde symbolisieren, auf der wir Menschlein klein und vergänglich sind. Die Schrifttafel „Heiliger Himmel bewahre uns die Schöpfung” war vor Jahren der Predigtspruch beim Steinfelser Ablassfest und wurde von Prölß übernommen. „Das Kreuz setzt ein Zeichen der Frömmigkeit im religiösen Glauben und der Dankbarkeit für Frieden und Eintracht in unserer großen Familie, und dass unsere Generation von einem Krieg bewahrt wurde. Mein Vater musste von 1940 bis Kriegsende 1945 als Fallschirmjäger in den Zweiten Weltkrieg ziehen und wurde durch Granatsplitter schwerbeschädigt. Ebenso hat mein Großvater seine jungen Jahre dem Ersten Weltkrieg opfern müssen” erzählt Prölß. Ihm war es wichtig, das Projekt zu seinem 75.Geburtstag am 2.Juli abzuschließen. Als Zeichen der Hoffnung verbindet das Kreuz Himmel und Erde und steht als Sinnbild für Trost und Zuversicht. Das Feldkreuz gehört zu unserer Heimat und bietet einen Ort der Besinnung und einen Moment der Ruhe in der Hektik des Alltags in unserer schnelllebigen Zeitreise. Prölß: „Es ist ein stiller Begleiter, dient als Landmarke am Galgenbühl zum Innehalten, im Gebet neue Kraft zu schöpfen, denn Gott ist nicht nur in unseren Kirchen, sondern mitten im Alltag und auf unseren Wegen gegenwärtig.” Dem Stifter ist allerdings nicht bekannt, ob der Standort Galgenbühl ein Weg zu einer Hinrichtungsstätte war, ansonsten könnte es auch als „Galgenkreuz” bezeichnet werden.