Trotz des nicht gerade idealen Wetters waren die Frauen zum Ellen Ammann Abend gekommen. Der Kath. Frauenbund Moosbach hatte dazu ins Pfarrheim eingeladen. Christina Fischer konnte die Referentin der Theologie Dr. Elfriede Schießleder und ehemalige Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende des Frauenbundes sowie Pfarrer Udo Klösel begrüßen. Christina Fischer und Bettina Wittmann hatten die Referentin in München kennengelernt. Die Besucherinnen waren von diesem Abend begeistert und konnten viele Anregungen mit Nachhause nehmen. Maria Bayer-Schmidt sorgte mit leckeren „Schweden-Häppchen”. Elfriede Schießleder gab einen umfassenden und spannenden Einblick in das Leben und Wirken von Ellen Ammann. Diese Powerfrau war eine Pionierin, Netzwerkerin und Trendsetterin. Gymnasien und Universitäten standen in Schweden den Frauen offen, denn das Land war damals schon emanzipiert. Ellen Ammann, geb. Sundström, wurde in Stockholm/Schweden (1870) geboren. Sie war ein höchst engagierter und zugleich produktiver Mensch. Die katholische Schwedin zog nach der Heirat mit Dr. Ottmar Ammann nach München, wo ihr Mann eine Arztpraxis führte. Sie hatten fünf Buben und ein Mädchen. Nur Ehefrau zu sein, war ihr zu wenig. Sie wirkte im sozialen Bereich. Die gebürtige Schwedin brachte eine gesunde Portion Selbstbewusstsein und Emanzipation in ihre Wahlheimat Bayern mit. Sie kann ihre Augen vor dem sozialen Elend in München nicht verschließen. Sie schaut hin und erkennt, woran es der Bevölkerung und besonders den Frauen fehlt. Mit geradliniger Vehemenz, viel Einfühlungsvermögen und politischem Weitblick setzt sie sich für die Rechte der Frauen, für sozial Ausgegrenzte und gegen Nationalismus ein. Ammann war eine Politikerin, eine geistvolle gläubige Frau, mit beiden Beinen im Leben, voll engagiert für die Frauen untereinander und für Bildung. Im Lauf der Jahre gründete sie verschiedene Organisationen wie den bayerischen Landesverband des Katholischen Frauenbundes (KDFB), die heutige Katholische Stiftungshochschule KSH, den Fachverband IN VIA mit den kath. Bahnhofsmissionen, die Polizeiseelsorge Bayern und vieles mehr. Von 1919 bis 1932 war sie Mitglied des Bayerischen Landtags. 1923 war es ihrer Initiative zu verdanken, dass Hitlers geplanter Putsch nicht geglückt ist. Am 23.11.1932 stirbt Ellen Ammann an den Folgen eines Schlaganfalls. Ihr Erbe ein großes Netzwerk von Einrichtungen und Organisationen. Ihr Motto: „Nicht reden, sondern handeln.” Auf den vorbereiteten Tischen konnten die Frauen im Pfarrheim herausfinden, wie sie ihre eigenen Ressourcen und Talente mutig einsetzten können. Dazu moderierten Hierold, Wittmann und Ulrike Selch. Vorsitzende Angelika Hierold bedankte sich bei der Referentin Schießleder für den sehr ansprechenden Vortrag. Vier junge neue Frauen ließen sich in die Gemeinschaft aufnehmen freute sich Hierold.