Mit einem feierlichen Festakt ist am Sonntag das neue Dorfgemeinschaftshaus in Gleißenthal offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Politik und Verwaltung, die am Bau beteiligten Handwerksbetriebe sowie viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer feierten gemeinsam die Fertigstellung eines Projekts, das beispielhaft für den Zusammenhalt und das außergewöhnliche Engagement einer Dorfgemeinschaft steht. Zu Beginn der Feier begrüßte Erster Bürgermeister Karlheinz Budnik die zahlreichen Ehrengäste, darunter die beiden Geistlichen Pfarrer Hubert Bartel und Pfarrer Thomas Berthold, den Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags MdL Tobias Reiß, Abteilungsleiter Frank Langguth vom Amt für Ländliche Entwicklung, sowie die Mitglieder und ehemalige Mitglieder des Stadtrates. Sein besonderer Gruß galt dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Werner Kandler, dem Initiator Thomas Wilhelm, den beteiligten Handwerksbetrieben und vor allem den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrem persönlichen Einsatz zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. In seiner Festansprache bezeichnete Tobias Reiß das Dorfgemeinschaftshaus als ein herausragendes Beispiel für gelebte Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement. Projekte wie dieses zeigten eindrucksvoll, wie durch Eigeninitiative und Zusammenhalt lebenswerte Perspektiven für den ländlichen Raum geschaffen werden können. Frank Langguth würdigte die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt Windischeschenbach, der Dorfgemeinschaft und dem Amt für Ländliche Entwicklung. Die erfolgreiche Umsetzung sei ein Beleg dafür, wie öffentliche Förderung und ehrenamtliches Engagement Hand in Hand wirken können. Der Bau des Dorfgemeinschaftshauses begann am 29. Juni 2024 und konnte nach gut zwei Jahren Bauzeit abgeschlossen werden. Besonders beeindruckend sind die rund 4.600 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden. Sie entsprechen mehr als einem Jahr Vollzeitarbeit und bedeuten eine Kostenersparnis von rund 150.000 Euro. Nahezu sämtliche Ausbaugewerke – von Heizung, Lüftung und Sanitär über Elektroinstallation, Trockenbau, Fenster- und Türeneinbau bis hin zu Dämmung, Maler- und Verputzarbeiten, Pflasterarbeiten, Schlosserei und Küchenmontage – wurden von den Bürgerinnen und Bürgern in Eigenleistung erbracht. Lediglich sechs Fachfirmen mussten für Spezialarbeiten hinzugezogen werden. „Dieses Gebäude besteht nicht nur aus Holz, Beton und Ziegeln“, betonte Bürgermeister Budnik in seiner Ansprache. „Es ist ein sichtbares Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und ein Ziel mit Leidenschaft verfolgen.“ Besonders würdigte der Bürgermeister Josef und Gabi Hecht für die Bereitstellung des ehemaligen Stallgebäudes, in dem das Gebäude eingerichtet wurde. Ein außergewöhnlicher Dank galt Thomas Wilhelm, der das Projekt von Beginn an mit großem persönlichem Einsatz plante, organisierte und nahezu täglich auf der Baustelle präsent war. Werner Kandler dankte im Namen der Dorfgemeinschaft allen Unterstützern, Spendern und freiwilligen Helfern, die dieses Vorhaben möglich gemacht haben. Nicht unerwähnt blieben auch die oftmals im Hintergrund tätigen Unterstützer. Bürgermeister Budnik sprach Katrin Stangl aus dem Vorzimmer der Stadtverwaltung seinen Dank für die umfangreiche organisatorische Begleitung aus. Ebenso würdigte er den städtischen Bautechniker Thomas Treml, der das Projekt fachlich begleitete und unterstützte. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die ökumenische Segnung des neuen Hauses durch Pfarrer Bartel und Pfarrer Berthold. Mit ihren Segensworten gaben sie dem Gebäude einen würdigen und spirituellen Auftakt und wünschten allen künftigen Besucherinnen und Besuchern ein friedliches und lebendiges Miteinander. Nach der Segnung überreichte Architekt Josef Schöberl aus Parkstein eine Spende an die Dorfgemeinschaft. Der Festtag erhielt darüber hinaus eine besondere Bedeutung, da zeitgleich auch die Maria-Hilf-Kirche nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wiedereröffnet werden konnte. Die Stadt Windischeschenbach hatte gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege den Dachstuhl statisch ertüchtigt und das historische Deckengemälde restaurieren lassen. Viele der ehrenamtlichen Helfer, die bereits beim Bau des Dorfgemeinschaftshauses mitgewirkt hatten, engagierten sich anschließend auch bei der Reinigung und Vorbereitung der Kirche – ein weiteres eindrucksvolles Zeichen für den außergewöhnlichen Gemeinschaftssinn in Gleißenthal. Mit der Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses erhält Gleißenthal einen modernen Treffpunkt für alle Generationen. Künftig wird das Gebäude Raum für das Dorfvereinsleben, kulturelle Veranstaltungen und weitere Begegnungen bieten. Gemeinsam mit der wiedereröffneten Maria-Hilf-Kirche bildet es künftig das gesellschaftliche und kulturelle Herz des Dorfes. Zum Abschluss brachte Bürgermeister Budnik die Bedeutung des Projekts mit wenigen Worten auf den Punkt: „Gebäude kann man bauen – Gemeinschaft kann man nicht kaufen.“ Er wünschte dem neuen Dorfgemeinschaftshaus, dass es über viele Jahrzehnte hinweg ein Ort der Begegnung, der Freude und des Zusammenhalts sein möge.