„Wurstkuchl-Abend“ im Landgasthaus Schmidt Aichazandt. Wenn der Saal im Landgasthaus Schmidt bis auf den letzten Platz besetzt ist, steht ein besonderes Brauchtum im Fokus. Unter der Regie von Organisator Walter Heldrich erlebten die Gäste am 27. Februar 2026 einen kurzweiligen Abend rund um die Geschichte und Kulinarik der Hausschlachtung.
Moderator Helmut Heinl eröffnete die Runde und begrüßte neben regionalen Gästen auch Besucher aus dem Raum Neumarkt. Er führte in Fachbegriffe wie das „Knocha“ – das fachgerechte Zerlegen – ein, bevor Heimatpfleger Josef Schmaußer das Wort übernahm. Schmaußer schilderte eindrucksvoll den Wandel der Schlachtmethoden, vom rituellen Erschlagen bis zum modernen Schussapparat. Mit einem Augenzwinkern erklärte er die „konfessionelle Wurstkunde“: Während die grobe Bratwurst und der rote Presssack als „evangelisch“ gelten, wird die fein gekutterte Variante samt weißem Presssack traditionell als „katholisch“ bezeichnet. Auch alte Bräuche, wie das Verschenken von Wurstpaketen an Pfarrer und Lehrer, wurden thematisiert.
Für Unterhaltung sorgten Mundartgedichte von Sepp Lösch und interaktive Spiele. Musikalisch umrahmt wurde der Abend zünftig von „Leo Schmidt“. Dass Handwerk goldenen Boden hat, zeigten Wirt Dieter Schmidt und Metzger Martin Lotter anhand historischer Utensilien wie antiker Schabeglocken und schwerer Hackbeile.
Kulinarisch verwöhnte das Team die Gäste mit Kesselfleisch und regionalen Schmankerln wie Bauernseuzern von heimischen Höfen. Den krönenden Abschluss bildete Monika Preller, die mit dem gesamten Saal das Lied „D’sau hot an schweinern Kopf“ anstimmte. Helmut Heinl verabschiedete die Gäste mit dem Hinweis, dass der Erlös einem sozialen Zweck zugutekommt. Ein rundum gelungener Abend, der Tradition erlebbar machte.