Ursprünglich war die Band mit dem schrägen Namen ein Projekt des exzentrischen Sängers Sebastian Horn und des schrägen Akustik-Gitarristen Gerd Baumann, aber inzwischen musizieren sie zu siebt, und da stößt die Bühne des ehemaligen Kinos Capitol schon an ihre Grenzen. Der Auftritt beginnt mit einem tiefen Dauerton vom Kontrabass (Benny Schäfer), in den Florian Riedls Bassklarinette mit Didgeridoo-ähnlichen Klängen einbricht, zu denen sich die Trompete von Dominik Glöbl gesellt – und dann schält sich aus dem psychodelischen Klanggewummer eine Melodie: „As erschde Moi“.
Horns charakteristischer Tiefbass prägt die Lieder, die musikalisch sehr abwechslungsreich und immer irgendwie abgründig sind. Aus der Frage, was Chloroplasten sind, ergibt sich dann zum Beispiel: „Rot ist das, was übrig bleibt, wenn man d’Leit die Haut abzieht“. Oder aus einer Ode an eine schöne Frau wird plötzlich ein Werwolf-Horror. Großartig sind immer wieder die solistischen Einlagen von Riedl und Glöbl. Schäfer trägt ein sehr schräges Kontrabass-Solo zum „Lied vom unbekannten Soldaten“ bei. Höhepunkte sind „Der Sturm“ mit einem großartigen Schlagzeugsolo von Flurin Mück, und „Löcher“, bei dem Luke Cyrus Goetze mit seiner E-Gitarre seinen größten Moment hat.
Zwischenzeitlich erfährt man, dass Horn mit Hilfe von LSD zur Welt gebracht wurde, was einiges erklärt. Außerdem war er ein so großer Fan von Jesus-Filmen, dass er mit einem Essigschwamm in die Schule ging. Und den Katzenpulli, der Baumann so irritiert, dass er sich beim Gitarrespielen verhaspelt, zieht Horn schließlich aus – und zeigt darunter ein Katzen-T-Shirt.
Poetisch wird es gegen Ende, wenn mit „Federfüaß“ ein echtes Liebeslied erklingt. Die erste Zugabe nach stürmischem Applaus ist dann „Hollakiacherl“, der einzige Dreivierteltakt (eigentlich ein Zwiefacher) des ganzen Abends. Und dann folgt noch „Paradies“, ein ganz zarter Abschluss eines überwältigenden Konzerts.