Vor kurzem feierten die Kastler Brieftaubenfreunde ihr 75. Gründungsjubiläum in ihrer Einsatzstelle im alten Feuerhaus in Kastl. Zahlreiche Besucher kamen auf eine frische Halbe, Gegrilltes und Kaffee und selbstgemachten Kuchen vorbei um mit den Taubenfreunden ihr Jubiläum zu feiern- Auch Bürgermeister Stefan Braun war unter den Gästen und übergab dem Vorstand Willi Fehlner zum Jubiläum ein Geldpräsent. Willi Fehlner bedankte sich dafür und auch besonders- daß die Kastler Taubenfreunde das alte Feuerwehrhaus als Einsatzstelle von der Gemeinde erhalten haben.
Zur Geschichte der Taubenfreunde: Am 28. Januar 1951 trafen sich 11 Taubenfreunde im Gasthaus Ruder in Kastl zur Gründungsversammlung der „Reisetaube 05189 Kastl“ als eingetragener Verein. Fritz Starke wurde der 1. Vorsitzende. Das Vereinsgebiet war Kastl und die umliegenden Ortschaften. Es war die Epoche, in der die Tauben mit der Bahn oft tagelang zum Auflaßort bei Wettflügen transportiert wurden. Gesellschaftlich fand im Gasthaus Ruder ab 1952 alljährlich der Taubererball mit großer Resonanz im Januar/ Februar statt.
Damals gehörte Kastl zur Reisevereinigung Amberg und Josef Szymanski errang in den 80 er Jahren bei einem Wettflug als erster der Kastler Züchter eine Goldmedaille. Ab mitte der 80 er Jahre wurde Adolf Kölbl aus Giggelsberg zum neuen Vorstand gewählt- der den Verein enorm voran brachte- im Züchterbereich, in der Jugendarbeit und in der Tauberer- Kameradschaft.
Unter seiner Regie fanden nicht nur zahlreiche Wettflüge- sondern auch Brieftaubenausstellungen sowie Informationsabende und Beratungen durch einen Tierarzt für die Züchter statt. Mitte der 90 er Jahre erfolgte dann wegen der besseren Erfolgsaussichten bei Wettflügen der Anschluß an die Reisevereinigung Neumarkt/Opf. Der damalige RV-Vorstand Alois Lang aus Unterwall unterstützte dieses Vorhaben und bald stellten sich tolle Erfolge bei den Kastler Züchtern ein. Legendär sind die Goldmedaillen von Josef Szymanski und dem „Onkel mit der schwarzen Perle“ Johann Hollweck aus Pfaffenhofen- der seine Tauben mit Raps fütterte. Es fanden Favoritenschauen im Bereich Kastl statt und alljährlich ein Taubenmarkt im Feuerwehrhaus in Wolfsfeld.
Insgesamt hat sich der Wechsel nach Neumarkt bei zahlreichen Züchtern der Kastler Taubenfreunde bis heute mehr als ausgezahlt- da sie mit ihren Tauben bei den Wettflügen immer tolle Resultate erzielen.
Leider wird der Taubensport durch die zahlreichen Raubvögel- aber auch durch Wetterunbilden, steigende Kosten und Tierschutzauflagen immer schwieriger- so daß die Zahl der Züchter zurückgeht. Trotz dieser schwierigen Zeiten lassen sich die Kastler Taubenfreunde nicht entmutigen und zeigten ihre Erfolge in einer chronologischen Fotoausstellung in der Einsatzstelle.