Seit fast 50 Jahren ist er fester Bestandteil im Jahreskalender der Kolpingsfamilien Kastl und Lauterhofen: der gemeinsame Feldgottesdienst auf der Anhöhe über der Schlögelsmühle. Auch in diesem Jahr machten sich zahlreiche Teilnehmer aus beiden Orten auf den Weg zu diesem besonderen Gottesdienst unter freiem Himmel. Viele reisten traditionell mit dem Fahrrad bis zur Schlögelsmühle an, bevor der gemeinsame Aufstieg über den Steilhang zum Kreuz auf dem Felsen begann.
Der Gottesdienst wird jährlich abwechselnd von den Präsides der Kolpingsfamilien Kastl und Lauterhofen gestaltet. In diesem Jahr feierte Präses Johannes Arweck von der Kolpingsfamilie Kastl seinen letzten Feldgottesdienst am Schlögelsmühlfelsen. Im August wird er für ein Jahr nach Jordanien gehen.
In seiner Predigt nahm Präses Arweck Bezug auf den besonderen Ort der Feier. Nicht in einer Kirche aus Stein, sondern mitten in der Natur versammelten sich die Gläubigen. Der Blick auf das weithin sichtbare Kreuz auf dem Felsen erinnere daran, dass der christliche Glaube mitten in die Welt gehöre. Das Kreuz stehe fest verwurzelt in der Erde und richte sich zugleich zum Himmel – ein Zeichen für Hoffnung, Halt und Orientierung.
Arweck stellte auch die Herausforderungen für die Kolpingsfamilien in der heutigen Zeit heraus. Gemeinschaft, Solidarität, Familie und der christliche Glaube hätten es in einer zunehmend lauten und individualisierten Gesellschaft nicht immer leicht. Dennoch dürfe man sich nicht entmutigen lassen.
Dabei verwies der Präses auf das Wirken des Verbandsgründers Adolph Kolping. Dieser sei kein Mann der Bequemlichkeit gewesen, sondern habe sich den Problemen seiner Zeit gestellt und dort geholfen, wo Unterstützung gebraucht wurde. Trotz Widerständen habe Kolping seine Ideen verfolgt und sich für die Menschen eingesetzt. Auch die Kolpingsfamilien seien nicht nur Orte des geselligen Beisammenseins, sondern sollten aktiv in die Gesellschaft hineinwirken.
Zum Abschluss rief Johannes Arweck dazu auf, mutig und wachsam zu bleiben und die Gemeinschaft lebendig zu gestalten: „Mit dem Kreuz im Rücken und den Menschen im Blick.“ Der Glaube müsse sich auch im täglichen Handeln zeigen.
Nach dem Gottesdienst blieben die Kolpinger und Besucher noch in gemütlicher Runde zusammen. Bei Bratwürsten und Getränken wurde noch lange über Gott und die Welt gesprochen, bevor ein weiterer gemeinsamer Feldgottesdienst am Schlögelsmühlfelsen zu Ende ging.