Zahlreiche Waldbesitzer nutzten die Gelegenheit sich zur Zukunft der Kiefern im Klimawandel zu informieren. Forstleute berichteten von zunehmenden Schäden in Folge von Mistel- und Prachtkäferbefall und stellten Waldumbau- sowie Fördermöglichkeiten vor.
Im Stadtwald Nabburg am Galgenberg konnte Hubert Amode, zuständiger Revierleiter vom Amt Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf, knapp 50 Waldbesitzer zu einer Sammelberatung begrüßen. Das Thema „Waldumbau und Pflege alter, vorgeschädigter Kiefernbestände“ wurde am lebenden Objekt besprochen. Bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, dass auch die Kiefern am Galgenberg zunehmend unter den Folgen steigender Temperaturen leiden. Insbesondere auf südlich und südwestlich exponierten Hängen mit trockenen, nährstoffarmen Böden kämpft die Kiefer mehr und mehr mit Mistel, Prachtkäfer- und Pilzbefall. „In reinen Kiefernwäldern ohne Mischbaumarten und Unterwuchs führt dies schließlich zum Absterben der Bestände“, erklärte Silvia Pflug, Försterin zur Revierunterstützung am AELF Regensburg-Schwandorf.
Förster zeigen praxisnahe Strategien zur Stabilisierung alter Kiefernwälder
Die Grundlage jeder Waldpflege- und Durchforstungsmaßnahme bildet ein konsequentes Netz von Rückegassen zur Erschließung der Wälder. Zur Stabilisierung alter Kiefernbestände empfehlen die Forstleute darüber hinaus die Einleitung der Verjüngung. Dazu müssen in der Regel Altbäume gefällt werden, um Licht für neue Bäumchen zu schaffen. Durch gezielte Bodenverwundung kann das dichte Beerkraut entfernt und ein geeigneter Keimboden für junge Bäume geschaffen werden. Für einen zukünftig widerstandsfähigen Mischwald sollten, neben der natürlichen Verjüngung durch vorhandener Altbäume, weitere klimastabile Baumarten durch Pflanzung oder Saat eingebracht werden. Auf nährstoffarmen Böden wie am Galgenberg empfehlen die Förster Traubeneiche, Esskastanie oder Douglasie zu pflanzen. Im frisch durchforsteten Kiefernwald zeigte Försterin Pflug, verschiedene Möglichkeiten zur Bodenverwundung. Außerdem eine Pflanzmethode mit geringen Pflanzenzahlen, um die Fläche kostengünstig umzubauen.
Kiefernpreis auf Rekordniveau
Die Infoveranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Waldbesitzervereinigung (WBV) Nabburg-Burglengenfeld durchgeführt. Yvonne Wolfrum, Geschäftsleiterin der WBV Nabburg-Burglengenfeld konnte erfreuliches zum Holzmarkt berichten. Die Holzpreise sind weiterhin auf Rekordniveau. „Wir übernehmen den Holzverkauf für unsere Waldbesitzer und vermitteln auch gerne Forstunternehmer für den Holzeinschlag, Bodenverwundung und weitere Forstdienstleistungen wie Pflanzung, Saat oder Zaunbau“, so Wolfrum.
Einzelberatungen und Förderprogramme für Waldbesitzer
Die Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung eines aktiven Waldumbaus zur Erhaltung der Waldfunktionen und zur Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen. Pflug betonte: „Nur durch gezielte Pflege und aktiven Waldumbau können wir die Vitalität unserer Kiefernwälder langfristig sichern.“ Kostenlose Einzelberatungen sowie Informationen zu Fördermöglichkeiten erhalten interessierte Waldbesitzer beim zuständigen Amt Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.