Wie entsteht Sicherheit – und warum beginnt sie oft bei scheinbaren „Kleinigkeiten“? Mit dieser Leitfrage lud der CSU-Ortsverband Stadtmitte zu einem Expertengespräch über Ordnung und (subjektive) Sicherheit in der Amberger Innenstadt ein. Gemeinsam diskutierten Oberbürgermeisterkandidat Stefan Ott, Apotheker Dr. Robert Winkler, der Vorsitzende des AK Polizei, Wolfgang Preuß und Kickboxtrainer Erich Wurster unter der Moderation der Ortsvorsitzenden Kathrin Seidl mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern konkrete Problemlagen und Lösungsansätze.
Im Mittelpunkt stand dabei unter anderem der sogenannte „Broken-Windows“-Ansatz. Dieser beschreibt einen klaren Zusammenhang: Werden kleinere Regelverstöße wie Müll, Lärm, Vandalismus oder aggressive Gruppenbildung dauerhaft toleriert, entsteht der Eindruck fehlender Kontrolle. Die Folge: Menschen ziehen sich zurück, soziale Kontrolle nimmt ab und das subjektive Sicherheitsgefühl sinkt – häufig schneller als die objektive Kriminalitätslage steigt.
„Sicherheit beginnt nicht erst bei schweren Straftaten. Sie beginnt bei Ordnung im Alltag“, betonte Ortsvorsitzende Kathrin Seidl. „Der sogenannte Broken-Windows-Cycle zeigt sehr deutlich: Wenn kleine Regelverstöße über längere Zeit geduldet werden, entsteht ein Kreislauf aus Rückzug, Kontrollverlust und wachsender Unsicherheit. Deshalb müssen wir frühzeitig handeln – damit wir gar nicht erst in eine Situation kommen, in der wir nur noch reagieren können.“

Konkrete Handlungsfelder benannt
Als Bereiche mit besonderem Handlungsbedarf wurden unter anderem der Maltesergarten, der Marktplatz, der Bahnhofsbereich sowie die untere Nabburger Straße benannt. Diskutiert wurden unter anderem:

verstärkte Polizeifußstreifen
Identifizierung und Bewertung von Hotspots gemeinsam mit der Polizei
punktuelle Verbesserungen bei Beleuchtung
konsequentere Ahndung von Lärm und Vandalismus
klare Zuständigkeitsregelungen zwischen Stadt und Polizei
Stärkung der Ordnungsstrukturen
Einigkeit bestand darin, dass Sicherheit Aufgabe des Rechtsstaates bleibt. Eine „Bürgermiliz“ wurde klar abgelehnt. Gleichzeitig brauche es jedoch mehr Zivilcourage und gesellschaftliches Engagement.

Oberbürgermeisterkandidat Stefan Ott unterstrich: „Unser Ziel ist eine Innenstadt, in der sich Familien, Senioren, Jugendliche und Geschäftsleute gleichermaßen sicher fühlen. Sicherheit und Ordnung gehören untrennbar zusammen. Wer frühzeitig klare Regeln setzt und Präsenz zeigt, stärkt das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Stadt.“

Workshop zur Zivilcourage geplant
Um Bürgerinnen und Bürger auch praktisch zu stärken, plant der Ortsverband Stadtmitte in Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Wurster einen öffentlichen Workshop zum Thema Zivilcourage. Dabei sollen konkrete Handlungsmöglichkeiten für unangenehme oder konflikthafte Situationen vermittelt werden – von Deeskalationsstrategien bis hin zu sicherem Verhalten im öffentlichen Raum.
„Nicht wegschauen, sondern besonnen und verantwortungsvoll handeln – das wollen wir vermitteln“, so Seidl.

Nächster Schritt: Positionspapier
Die Ergebnisse des Expertengesprächs werden nun in ein Positionspapier einfließen. Dieses soll in einem weiteren Termin gemeinsam mit Polizei und Ordnungsamt konkretisiert und als Antrag in den Stadtrat eingebracht werden.

Ziel ist eine Innenstadt, in der sich alle Generationen sicher fühlen – objektiv wie subjektiv.