Auf den Spuren von Dr. Georg Walberer und „Trenck dem Pandur“
Eine kleine Gruppe der Volkshochschule Eschenbach unternahm am Samstag, 01.08. einen Tagesausflug nach Grafenried und zu den Trenck-Festspielen nach Waldmünchen.
Erstes Ziel war das ehemalige Dorf Grafenried unmittelbar hinter der deutsch-tschechischen Grenze. Bei einer Führung erfuhren die Teilnehmer die bewegende Geschichte des einst rund 800 Einwohner zählenden Ortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bevölkerung vertrieben und das Dorf vollständig zerstört. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs legten Deutsche und Tschechen gemeinsam die Grundmauern der Gebäude sowie den Friedhof wieder frei und schufen damit eine eindrucksvolle Gedenkstätte gegen Krieg, Vertreibung und das Vergessen.
Nach der Besichtigung ging die Fahrt weiter nach Waldmünchen. Nach dem gemeinsamen Abendessen im Trenckstadl erhielten die Ausflügler vom Festspielleiter Martin Frank persönlich bei einer Führung interessante Einblicke hinter die Kulissen der Freilichtbühne. Beeindruckend war der große organisatorische Aufwand, der notwendig ist, um eines der größten historischen Freilichtspiele Bayerns mit über 300 Mitwirkenden Jahr für Jahr auf die Bühne zu bringen.
Den Höhepunkt bildete die Aufführung des Festspiels „Trenck der Pandur vor Waldmünchen“. Das Schauspiel führt in die Zeit des Österreichischen Erbfolgekrieges zurück und schildert den Einmarsch des berüchtigten Pandurenobersten Franz Freiherrn von der Trenck, der 1742 weite Teile der Oberpfalz verwüstete und auch Waldmünchen belagerte. Eindrucksvolle Schauspiel-, Reit- und Kampfszenen sowie eine stimmungsvolle Inszenierung begeisterten die Besucher.
Von besonderem Interesse war für die Reisegruppe die Entstehungsgeschichte des Festspiels. Der Text stammt von Dr. Georg Walberer, der 1950 auch Regie führte und die Titelrolle übernahm. Der in Lohma geborene Jurist und ehemalige Opernsänger entstammte einer Familie mit Wurzeln in der Region Pressath-Schwarzenbach. Durch Familienforschungen von Erhard Walberer aus Pressath und Michael Altmann aus Schwarzenbach entstanden in den vergangenen Jahren enge Kontakte zum Trenckverein Waldmünchen.
Nach der beeindruckenden Vorstellung nutzte die Gruppe die Gelegenheit zu Gesprächen mit den Schauspielern im Trenckstadl. Organisator der Fahrt war Erhard Walberer aus Pressath, ein Nachfahre des Festspielautors.