Einen eindrucksvollen Einblick in die Entwicklung der Bestattungskultur von der Antike bis zur Gegenwart bot der gut besuchte Besinnungstag „Bestattungskultur im Wandel der Zeit“, zu dem der Katholische Frauenbund St. Konrad in den Pfarrsaal eingeladen hatte. Nach einem Stehempfang eröffnete der Pfarrgemeinderatssprecher der Pfarrei Herz Jesu aus Weiden, Manuel Häffner, den Nachmittag. Mit fundierten statistischen Zahlen zur Anzahl der Sterbefälle in der Stadt Amberg und einer Übersicht über die städtischen Friedhöfe gewährte er den Besuchern einen informativen Überblick. Dabei zeigte der Referent anschaulich auf, wie sich die Bestattungstraditionen wandeln. Während früher überwiegend Erdbestattungen üblich waren, sind heute die Urnenbeisetzungen auf dem Vormarsch. Auch beim Trauerdruck hat sich sehr viel verändert. Damals wurde das Sterbebild meist ohne Foto des Verstorbenen gedruckt und die Todesanzeige wurde nur in Schwarz-Weiß veröffentlicht. Heute sind ein Foto der verstorbenen Person auf dem Gedenkbild und der Farbdruck in der Traueranzeige kaum noch wegzudenken. Besonderes Interesse fanden die Einblicke in die historische Bestattungskultur, eine regelrechte Zeitreise, die von antiken Begräbnisritualen bis zu modernen Trends führte. Zudem konnte eine ausgestellte Schmuckurne von den Besuchern aus nächster Nähe betrachtet werden. Zwischen informativen Abschnitten fand auch der Humor seinen Platz. Unter dem Motto „So stirbt man standesgemäß.“ wurden unterhaltsame Sprüche wie „Den Pfarrer segnet das Zeitliche.“ oder „Der Religiöse muss dran glauben.“ präsentiert, die das Thema Tod auf eine heitere Art beleuchteten. Danach lud eine Kaffeepause mit Kuchen des Frauenbundes zum Austausch und zur persönlichen Reflexion ein. Im Anschluss erfolgte ein reger Dialog, bei dem zahlreiche Fragen der Zuhörer beantwortet wurden. Ein besonderer Punkt des Tages war das gemeinsame Bemalen von Schmuckurnen mit Baummotiven, das viele Teilnehmende als extra Erlebnis empfanden. Tote zu begraben gilt in der katholischen Kirche als ein Werk der Barmherzigkeit. Diesem Akt der Nächstenliebe schenkte Manuel Häffner besondere Bedeutung. Daher bildete eine besinnliche Andacht für die Verstorbenen einen würdigen Rahmen, der den Nachmittag abrundete. Pfarrer Michael Jakob spendete dazu abschließend allen Betern den Segen. Der KDFB St. Konrad mit dem Vorstandsteam um Monika Peter dankte Manuel Häffner herzlich für den äußerst interessanten und bereichernden Vortrag mit einem Geschenk.