Die vierte Landkreis-Tour begeistert kulturinteressierte Bürger – Spagat zwischen hochmittelalterlicher Historie und zukunftsweisender Bio-Regionalität geglückt.
Eine facettenreiche Entdeckungstour führte eine Reisegruppe am vergangenen Freitag auf die historischen Spuren von Graf Berengar durch den Landkreis Amberg-Sulzbach. Der Startpunkt lag vor dem Rathaus in Sulzbach-Rosenberg, wo am Geschichtsbrunnen die bewegte Vergangenheit der Stadt in Bronzeszenen greifbar wurde. Anschließend führte der Weg hinauf in das imposante Sulzbacher Schloss, den einstigen Stammsitz der Grafen von Sulzbach. Die Anlage ist untrennbar mit Graf Berengar I. verknüpft, einer einflussreichen Persönlichkeit des Hochmittelalters, dessen Tochter Bertha sogar als Kaiserin den Thron von Byzanz bestieg.
Der nächste Halt führte die Exkursion nach Illschwang zum historischen Hopfengarten. Braumeister Arno Diener von der Hausbrauerei SUDHANG erwartete bereits die Gruppe. Da Großbrauereien kein Interesse an dem lokalen Hopfen zeigten, nimmt Diener heute die gesamte Ernte des örtlichen Gartenbauvereins ab und braut daraus in Handarbeit ein exklusives Bio-Regionalbier. Ein anschließender Besuch im Hopfenmuseum von 1897 samt Verkostung rundete die Station ab. Danach schlug die Exkursion den Bogen zurück zur Historie und führte nach Kastl zur ehrwürdigen Klosterkirche St. Peter, die weithin sichtbar über dem Lauterachtal thront. Gegründet im Hochmittelalter auf Initiative Berengars, gilt sie als eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke der Oberpfalz und beherbergt unter anderem die berühmte Mumie der kleinen Prinzessin Anna. Nach einer kulinarischen Stärkung im nahegelegenen Gasthaus Forsthof ging die Fahrt weiter durch das landschaftlich reizvolle Lauterachtal, vorbei am farbenfrohen „Gießkannenbaum“ in Schmidmühlen.
Das finale Ziel war die Herzogstadt Amberg. Die Stadtführung startete am Bahnhof bei der markanten Bürgerskulptur „Kugel“. Trotz einsetzenden Regens erläuterte Conni Platz das historische Ensemble des Bürgerspitals – die älteste noch existierende Stiftung Deutschlands. Den Schlusspunkt setzte die Basilika St. Martin am Marktplatz. Die ab 1421 errichtete spätgotische Hallenkirche ist die größte ihrer Art in der Oberpfalz, deren 92 Meter hoher Turm das Stadtbild prägt und die 1980 von Papst Johannes Paul II. zur Basilica minor erhoben wurde.
Den gemütlichen Ausklang fand die vierte Tour schließlich bei Kaffee und Kuchen im traditionellen Schloderer Bräu. Der Hauptorganisator der beliebten Fahrtenreihe, Walter Heldrich, bedankte sich im Namen aller Teilnehmer ganz herzlich bei Conni Platz für die gewohnt fachkundige, lebendige Leitung sowie bei Busfahrer Alfred Filp für die stets sichere und angenehme Beförderung durch die Region. Mit großer Vorfreude wurden am Ende die Termine für die kommenden Touren 5 und 6 angekündigt.