Herbert Schober aus Eslarn spendet seit Jahrzehnten für andere sein Blut. „Tut das weh?“ Das war die erste Frage von Herbert Schober bei seiner allerersten Blutspende. Ein Arbeitskollege hatte ihn damals in Selb mitgenommen. „Es tut nicht weh und krankgeschrieben wirst du auch nicht“, beruhigte ihn der Kollege. Schober ließ sich daraufhin nicht zweimal bitten – und blieb der Blutspende bis heute treu.
Der heute 68-Jährige, gelernter Metzger und spätere Lkw-Fahrer, hat inzwischen 150-mal Vollblut gespendet. Bei jeweils rund 500 Millilitern kommen in den Jahrzehnten stolze 75 Liter Blut zusammen. Da eine Spende in ihre Bestandteile aufgeteilt und bis zu drei Patienten zugutekommen kann, könnten damit theoretisch bis zu 450 Menschen geholfen worden sein. Seine Spenden leistete Schober nicht nur in seiner Eslarner Heimat, sondern je nach Möglichkeit auch in Waidhaus, Moosbach, Pleystein, Vohenstrauß und Weiden. Selbst sein Beruf hielt ihn nicht davon ab. „Wenn ich den Termin in Eslarn zeitlich nicht mehr schaffen konnte, habe ich eine Alternative gesucht“, erzählt er. Einmal fuhr er nach Rücksprache mit seinem Chef sogar mit dem Lkw zu einer Blutspende nach Amberg. „Da ich beruflich zufällig in der Gegend war, nahm ich die Gelegenheit wahr.“ Eine reine Vollblutspende dauert auf dem Spendenstuhl etwa 5 bis 10 Minuten, wobei der gesamte Termin mit Anmeldung, Untersuchung und Imbiss rund eine Stunde in Anspruch nimmt.
Auch während der Corona-Zeit spendete Schober weiter. Die damals eingeführte Online-Anmeldung mit festen Uhrzeiten hat sich bis heute gehalten. Die Gesundheitsfragen werden inzwischen eigenständig auf einem Tablet beantwortet, anschließend folgt der ärztliche Check. Nach der Spende wartet traditionell eine Brotzeit, früher entstanden daraus sogar regelrechte Blutspendestammtische. Für Schober ist die Sache ohnehin ganz einfach: eine Stunde Zeit investieren – und damit anderen Menschen helfen. Daher ist für den 68-Jährigen nach 150 Spenden noch lange nicht Schluss.