Auf großes Interesse stieß die von der IKom Stiftland angebotene Exkursion in die ehemaligen Klöster Reichenbach und Walderbach.
Beide liegen nahe beieinander am Fluss Regen und haben einen historischen Bezug zum Stiftland. Reichenbach wurde ebenso wie Waldsassen von Markgraf Diepold III. gestiftet. Mit der Propstei Högelstein verfügte Reichenbach über Besitz im Raum Mähring, ehe das Kloster diesen im 15. Jahrhundert an Waldsassen veräußerte. Eine der Waldsassener Tochtergründungen war Walderbach.
Nicht nur die Lage auf gegenüberliegenden Seiten des Regens unterscheidet Reichenbach und Walderbach voneinander. Als ehemalige Benediktinerabtei thront Reichenbach über dem Fluss. Heute beeindruckt es Besucher vor allem mit barocken Räumen und einer Klosterkirche, in der zahlreiche Fresken eindrucksvoll nicht nur die Klostergeschichte, sondern auch das Weihnachtsfest illustrieren. Dort befindet sich auch die Grablege der Diepoldinger.
Walderbach liegt zisterziensertypisch eher auf Höhe des Flussniveaus. Ebenso wie in Waldsassen führten Hussitenüberfälle zu massiven Schäden an der ersten Klosteranlage, sodass man sich auch dort für einen barocken Neubau entschied. Weitgehend unverändert blieb allerdings die Klosterkirche, deren schlichte romanische Gestaltung bis heute begeistert. Die Gewölbebögen zieren original erhaltene ornamentale Malereien. Dem romanischen Eingangsportal setzte der letzte Abt der Barockzeit einen weithin sichtbaren Turm vor – ein zeittypischer Widerspruch zu den Ordensregeln, die nur einen Dachreiter erlaubten. Dass man sich längst von den Idealen aus den Anfangszeiten des Ordens entfernt hatte, zeigt ein besonderer Fund: Bei archäologischen Untersuchungen wurden 2014 Spielkarten aus der Barockzeit geborgen. Diese und weitere interessante Gegenstände konnte man im Museum sehen, das neben der Klosterschänke in den ehemaligen Klosterräumen untergebracht ist.