Eine zukunftsweisende Jahreshauptversammlung erlebten die Mitglieder des Schützenvereins Einigkeit 1862 Erbendorf-Naabberg. Neben soliden Finanzen und sportlichen Erfolgen stand vor allem eine tiefgreifende Strukturänderung im Mittelpunkt.
Der Erste Schützenmeister Stefan Pregler eröffnete die Versammlung und zog eine positive Bilanz des gesellschaftlichen Vereinslebens. Mit aktuell 114 Mitgliedern verfügt der Schützenverein über eine solide Basis. In acht Ausschusssitzungen lenkte die Vorstandschaft die Geschicke des Vereins. Gut besuchte Termine wie das Nuss-, Ostereier- und Muttertagsschießen, das Schulfest sowie das erste Bürgerkönigsschießen mit Siegerehrung im Rahmen des Schützenfests stärkten die Geselligkeit und gehören fest zum Vereinsjahr.
Sportleiter Alexander Nowak blickte auf die Rundenwettkampfsaison 2025/2026 des Oberpfälzer Schützenbundes zurück. Die Luftpistolenmannschaft sicherte sich in der Bezirksoberliga West den 6. Platz (8:10 Punkte / 15.343 Ringe). Ebenfalls Platz 6 erreichte die Luftgewehrmannschaft in der Bezirksliga Nord mit 8:10 Punkten und 9.825 Ringen, was eine deutliche Steigerung zum Vorjahr markiert. Bei den Fernwettkämpfen im Auflageschießen holte Irene Meinzinger in der Pistolenwertung Platz 1 (1.139,0 Ringe), während Manfred Kraus im Stehendanschlag Dritter wurde (1.208,6 Ringe). Die Vereinsmeisterschaft im Herbst konnte dank der Organisation des 2. Sportleiters Christopher Linkel erfolgreich um fünf Feuerwaffendisziplinen erweitert werden.
Herausragend schnitt der Nachwuchs ab: Bei der Gaumeisterschaft 2026 in Siegritz holten die Lichtgewehrschützen Maximilian Linkel (196,4 Ringe) und Theresa Linkel (176,6 Ringe) jeweils den 1. Platz. Bei den Luftdruckschützen wurde Alexander Nowak Zweiter (Herren 1 / 386,9 Ringe) , Denise Pregler Dritte (Damen 1 / 362,5 Ringe) und Manfred Kraus siegte bei den Senioren 3 männlich aufgelegt (306,2 Ringe). Auf Landesebene erreichten Theresa Linkel Platz 6 und Maximilian Linkel Platz 4 im Lichtgewehrschießen. Letzterer verteidigte zudem seinen Titel als Bambinikönig beim Gaukönigsschießen, begleitet von Theresa Linkel als 1. Ritterin.
Für ihre starken sportlichen Leistungen durften sich Cornelia Glaser und Alexander Nowak über die Schnureichel in Gold freuen, während André Klose die Schnureichel in Silber erhielt. Sie bestätigten damit ihre Leistungen einer bereits zuvor erschossenen Schützenschnur. Zudem gab es besondere Auszeichnungen des Oberpfälzer Schützenbundes: Cornelia Glaser, Thomas Glaser, Nils Glaser, Christopher Linkel und Alexander Nowak wurden für ihr herausragendes Engagement, insbesondere im Bereich des Jugendtrainings, geehrt.
Den Abschluss der Vorstandsberichte bildete die Bilanz von Kassiererin Margit Meier. Dank der vielen erfolgreichen Veranstaltungen im vergangenen Jahr konnte sie ein erfreuliches Plus in der Kasse vermelden. Damit wurden die hohen Kosten der vergangenen Jahre, die durch die umfassende Sanierung des Schützenhauses angefallen waren, vollständig ausgeglichen. Der Verein ist wirtschaftlich wieder bestens aufgestellt.
Für die meiste Spannung sorgte die demokratische Abstimmung über einen Verbandswechsel des Vereins. Vor dem eigentlichen Votum legte die Vorstandschaft der Versammlung transparent die verschiedenen Pro- und Contra-Argumente für eine strategische Neuausrichtung dar. Um den Schützen von jung bis alt langfristig neue Perspektiven und optimale sportliche Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, wurde der Wechsel vorgeschlagen. Die Mitglieder folgten dieser fundierten Argumentation fast einstimmig: Bei nur einer Gegenstimme wurde der Verbandswechsel beschlossen. Die Vereinsführung betont, dass es sich um eine rein sportliche, zukunftsorientierte Weichenstellung handelt.
Der Beschluss brachte jedoch auch eine tiefgreifende personelle Zäsur mit sich. Nach der Abstimmung erklärte Herbert Stattnik, Ehrenpräsident des OSB und Ehrenmitglied des Schützenvereins, dass er nach 61 Jahren Mitgliedschaft aus dem Verein ausscheiden und seine Ehrenmitgliedschaft zurückgeben werde. Er begründete dies mit seiner lebenslangen, tiefen Verbundenheit zum OSB durch seine dortigen Ämter und Auszeichnungen. Auch wenn dieser Schritt nach der vorausgegangenen Debatte in der Versammlung einen harten Einschnitt markiert, bleibt seine historische Leistung unbestritten: Für sein jahrzehntelanges, unschätzbares Engagement gebührt Herbert Stattnik seitens des Vereins uneingeschränkter Dank und Anerkennung – seine Verdienste werden ein fester Bestandteil der Vereinschronik bleiben.
Ganz zum Schluss stimmte die Versammlung über eine Anpassung der Trainingszeiten ab: In den Sommermonaten wird das Training auf einen Abend pro Woche reduziert, sodass das Dienstagstraining ab sofort entfällt. Erst ab September, rechtzeitig zum Start der neuen Wettkampfsaison, wird wieder wie gewohnt am Dienstag- und Freitagabend trainiert. Mit einem Appell des Sportleiters, die verbleibenden Trainingstage aktiv zu nutzen, schloss die Versammlung.