Zum ersten Mal nach vielen Jahren wanderte der Bayerische Wald-Verein, Amberg, wieder nach Tschechien, ins Chodenland. Die Choden waren im 14. Jh. die sogenannten Grenzwächter; sie bewachten zum Beispiel Holzdiebstahl, illegale Besiedlung, Grenzsteinversetzung usw. Wir starteten in Klenčí nahe dem Berg Čerchov. Es ging gleich im Ort schon steil bergauf; außerhalb im Wald waren sehr viele Bänke aufgestellt und auch Infotafeln (leider nur auf Tschechisch). Blauer Himmel und gute Wandertemperatur ließen uns die Natur, den Berg und den Wald genießen. Beim großen Denkmal des Priesters und Schriftstellers Jindřich Šimon Baar (1869–1925) hatten wir einen wunderbaren Fernblick ins Chodenland (700 Hm), bis hinüber nach Domažlice. Nun ging’s bergab. Fingerhut in allen Farben stand in den Lichtungen, wie angesät. Der Čerchov mit seinen 1042 Hm lag zum Greifen vor uns. Wir überquerten den Schwarzen Bach auf wackeligen Trittsteinen und kamen ins Holzfällerdorf Pec; die große Kapelle war leider verschlossen. Wir erreichten gegen Mittag dann Babylon, das vor einiger Zeit ein großer Ferien- und Freizeitort war. Der Park wird erneuert, und der große Badesee ist naturbelassen. Durch die kleinen Ortschaften Pila, Trhanov und Chodov mit dem Chodenschloss (kl. und unscheinbar), fast nicht bemerkt, ging es nach 18 km zum Ausgangspunkt zurück. Eine ganztägige schöne Tour ging zu Ende.