Was für ein Tag! Als am Sonntagmorgen die letzten Vorbereitungen für unser Museumsfest zur Sonderausstellung „Kriegsende 1945 im Nürnberger Land” liefen, war bei aller Vorfreude auch eine gewisse Nervosität dabei.
Wer schon einmal eine solche Veranstaltung organisiert hat, kennt die Fragen: Kommen genügend Besucher? Hat sich die ganze Arbeit gelohnt? Oder haben wir vielleicht sogar zu klein geplant? Schließlich waren in den Tagen zuvor Zelte aufgebaut, Biertischgarnituren geschleppt, historische Fahrzeuge nach Pommelsbrunn gebracht, Kuchen gebacken und Erbseneintopf vorbereitet worden. Dazu kamen viele Stunden Organisation und Werbung im Vorfeld.
Schon kurz nach 11 Uhr war klar: Die Mühe hatte sich gelohnt. Und wie!
Mehr als 300 Besucher kamen im Laufe des Tages auf den Dorfplatz und ins Heimatmuseum. Das große historische Zelt war zeitweise bis auf den letzten Platz besetzt, rund 100 Portionen Erbseneintopf mit Würstchen gingen über die Theke – und am Ende war tatsächlich der gesamte Kuchen aufgegessen. Auch das hatten wir bei einem Museumsfest noch nicht erlebt.
Ein besonderer Blickfang waren natürlich die historischen Fahrzeuge. Ein amerikanischer Halftrack von 1943, Kübelwagen, Schwimmwagen und weitere Fahrzeuge sorgten schon auf dem Dorfplatz für reichlich Gesprächsstoff. Dazu kamen historische Ausrüstungsgegenstände und zwei Gäste in zeitgenössischer amerikanischer Uniform. Zusammen mit den großen Militärzelten und der Feldküche entstand rund um das Museum eine beeindruckende Kulisse.
Doch besonders gefreut hat uns, dass die Fahrzeuge nicht nur Besucher auf den Dorfplatz lockten. Das Museum selbst war von 11 Uhr bis kurz nach 17 Uhr praktisch durchgehend voll. Zeitweise wurde es in unseren Räumen sogar so eng, dass wir schon scherzhaft über eine „Blockabfertigung” nachdachten.
Sehr viele unserer Gäste besuchten das Heimatmuseum an diesem Tag zum ersten Mal. Immer wieder hörten wir Sätze wie: „Wir wussten gar nicht, dass es so etwas bei uns in der Nähe gibt.” Und häufig bezog sich die Begeisterung anschließend nicht nur auf die Sonderausstellung, sondern auf das gesamte Museum mit seinen ganz unterschiedlichen Abteilungen.
Besonders gefreut hat uns auch das viele Lob für die Sonderausstellung selbst – nicht zuletzt von Besuchern mit großer Sachkenntnis und aus dem Umfeld anderer Museen. Von Anfang an war es unser Ziel, keine Militaria-Ausstellung zu machen. Wir wollten eine Geschichtsausstellung über das Kriegsende 1945 in unserer Region schaffen, in der Uniformen, Ausrüstung und andere Originalobjekte Geschichte anschaulich und unmittelbar erfahrbar machen. Die vielen Gespräche und Reaktionen am Sonntag haben uns darin bestätigt, dass dieser Weg richtig war.
Und natürlich waren wir auch ein wenig stolz, wenn Besucher beim weiteren Rundgang durch unser Haus erstaunt feststellten, was ein ehrenamtlich betriebenes Heimatmuseum alles bieten kann.
Ein solcher Tag entsteht allerdings nicht von alleine. Fahrzeuge müssen organisiert und hergebracht, Zelte aufgebaut, Essen vorbereitet, Kuchen gebacken und verkauft, Kaffee gekocht und ausgeschenkt, das Museum betreut und am Ende alles wieder abgebaut werden. Deshalb gilt unser herzlicher Dank allen, die mit angepackt, etwas zur Verfügung gestellt, gebacken, gekocht, organisiert oder auf andere Weise zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben.
Vor allem aber danken wir unseren mehr als 300 Besucherinnen und Besuchern. Für ihr Interesse, für die vielen Fragen und Gespräche, für das Lob und nicht zuletzt für die großartige Stimmung während des gesamten Tages.
Nach all der Arbeit und der Nervosität im Vorfeld bleibt für uns am Ende vor allem eines:
Es war anstrengend. Es war voll. Und es war einfach ein großartiger Tag für unser Heimatmuseum.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!