Der Dreifaltigkeitssonntag wird auch in diesem Jahr wieder Anlass für die Pfarrgemeinde Schmidmühlen sein, zur Dreifaltigkeitskirche auf dem Kreuzberg zu pilgern, unbestritten das Wahrzeichen des Marktes. Der Kreuzberg mit seiner Kirche offenbart sich nicht nur als Kleinod Schmidmühlner Geschichte, sondern zeigt auch noch Reste vorchristlicher Besiedlung. Wirft man einen Blick in die Chronik, so kann man eine belebte Vergangenheit des Kreuzbergkirchleins herauslesen. Die erste Kapelle wurde 1697 auf dem Kreuzberg erbaut. Die Kreuzbergkirche verdankt ihre Entstehung einem Gelübde der Marktbürger und der Bauern der umliegenden Ortschaften. Ursache für dieses Gelübde dürfte die um die damalige Zeit herrschende Viehseuche gewesen sein. Das Kirchlein wurde im barocken Stil erbaut. Das in die Erbauungszeit fallende Pestjahr 1713 (von der Seuche blieb Schmidmühlen verschont) soll keine Beziehung zu dem Erbauungsgrund haben, wie vielfach angenommen wurde; vielmehr führte man als Motiv die damals wütende Maul- und Klauenseuche an. Viele Votivtafeln erzählen von der kulturellen und geschichtlichen Bedeutung des Berges und der Kirche. 1703 wird erstmals ein am Kreuzberg wohnender Mesner genannt. Die Lourdesgrotte war ursprünglich eine Marienkapelle mit Muttergottes und Jesuskind. Diese Statue findet sich jetzt in der Pfarrkirche. Die Kirche ist der Hl. Dreifaltigkeit geweiht, deren plastische Gruppe den Altar ziert. Zur Seite stehen die Figuren des Hl. Augustinus und eines anderen Bischofs. Dass die Kreuzbergkirche ein viel und gern besuchter Wallfahrtsort war, zeugen zahlreiche Votivbilder. Die meisten und die schönsten Votivbilder sind leider seit der Ablösung und durch Kirchendiebstähle verschwunden. Die Kirchendiebstähle waren auch der Grund, dass alle wertvollen Bilder und Heiligenfiguren in der Pfarrkirche bzw. im Pfarrheim gelagert werden. Einmal im Jahr, am Hl. Dreifaltigkeits-Sonntag, wird auf dem Kreuzberg im größeren Rahmen die Hl. Messe gefeiert. Grund genug für viele auswärts wohnende Schmidmühlner Bürger, ihre alte Heimat zu besuchen. Waren die Kreuzbergfeste schon in früheren Jahren ein starker Anziehungspunkt, so erst die Jahrhundertfeste. 1797 dauerte das Fest drei Tage, 5000 Menschen sollen kommuniziert haben. 1897 wird von einer unübersehbaren Menschenmasse gesprochen, sechs Tage dauerte das Fest. Auch 1997 feierte man im großen Rahmen das Fest am Kreuzberg. Es war sogar ein Festzelt aufgebaut. Der die Bergkuppe umgebene Ringwall geht auf eine keltische Siedlung in der Zeit um 800 v. Chr. zurück. Es wird angenommen, dass der Kreuzberg etwa 600 n. Chr. bei der Christianisierung der heidnischen Bayern seinen Namen erhielt. In dem noch erhaltenen Ringwall einer keltischen Fliehburg soll eine heidnische Kultstätte gestanden haben, welche dann dem christlichen Kreuz wich. Erst in späterer Zeit erreichte der Kreuzberg sein Ansehen mit der Wallfahrtskirche, die 1697 inmitten des Ringwalls erbaut wurde. Fremdenverkehrsattraktion ist der Kreuzberg, seit der frühere Geistliche Rat Gillitzer das Kreuzberggebiet aus dem Truppenübungsplatz Hohenfels zurückerstanden hat. Seither kann jeder Besucher den Blick ins Vils- und Lauterachtal genießen. Um 9 Uhr findet der Festgottesdienst vor der Grotte am Kreuzberg statt. Die Prozession zur Kreuzbergkirche beginnt um 8.30 Uhr vor der Pfarrkirche. Bei Regenwetter findet der Gottesdienst ebenfalls bereits um 9 Uhr in der Pfarrkirche statt. Eine Auffahrt zum Kreuzberg ist mit Privat-Pkw ab 8 Uhr möglich, alle Personen müssen ihren Personalausweis mitnehmen. Die musikalische Gestaltung erfolgt durch die Blaskapelle „St. Ägidius“. Die Verköstigung hat wieder die Kirwagemeinschaft übernommen.