Die Frauen und Männer waren beeindruckt von den reichen Stuckaturen im Innerraum der Klosterkirche. (Bild: Annemarie Mösbauer)

Der Seniorentreff Winklarn-Thanstein war wieder unterwegs

Der Seniorentreff Winklarn-Thanstein unternahm wieder einen Ausflug. Leider konnte das geplante Ziel „Wurzelmuseum Tremmersdorf“ wegen kurzfristiger Schließung nicht angefahren werden. Ein neues Ziel musste am Tag vorher noch gefunden werden. Es war der Kräuter- und Gewürzladen Biller in Schnaittenbach. Dort begrüßte der Chef Hans Biller die Reisegruppe selber. Aufgeteilt in zwei Gruppen erfolgte die Besichtigung. „Naturmittel Biller“ beliefert mit seinen fast 1000 verschiedenen Produkten den Großhandel und den Einzelhandel. In den zwei Mischanlagen werden Tees und Gewürze separat gemischt. Das riesige Angebot reicht von verschiedenen reinen Sorten und Mischtees über Gemüsesuppenpulver, süße und pikante Tipps, verschiedene Essig- und Sirupsorten, Würzmischungen aus heimischen und exotischen Gewürzen, sogar Fertigmischungen für Wurstsalat, Apfelkuchen, Bratkartoffel usw. waren im Angebot. Die Senioren durften auch einige Produkte probieren und waren begeistert. Auch die Rohstoffe, die im Lager in großen Chargen auf die Verpackung oder Mischung warten, zeigte Hans Biller den Besuchern. Die getrockneten Rohstoffe kommen aus der ganzen Welt, Biller bevorzugt jedoch heimische Produkte, wenn vorhanden. Von Großhändlern aus Hamburg bezieht er die exotischen Tees und natürlich die Gewürze. So mancher deckte sich mit seinem Lieblingsgewürz oder einem neuen Gewürz, wie z. B. mit Umami, ein. Dann ging es weiter zur Klosterkirche Speinshart. Bereits im Bus erklärte Annemarie Mösbauer die Geschichte und die Entwicklung der Klosteranlage. Die Frauen und Männer waren beeindruckt von den reichen Stuckaturen und der Barockausstattung mit italienischer Prägung und der farblichen Einheit der Fresken. Seit 2012 ist das Kloster internationale Begegnungsstätte und seit 2023 „Hightech Abtei Speinshart“, eine wissenschaftliche Begegnungsstätte für KI. Nach einem kurzen persönlichen Gebet und einem gemeinsamen Lied ging es wieder heimwärts. Die Brotzeit auf der Rückfahrt durfte natürlich nicht fehlen.
Gemütlich wars im Burghof mit Musik und Bewirtung. (Bild: Annemarie Mösbauer)

Senioren fühlten sich wohl auf der Thansteiner Burg

Der Seniorentreff Winklarn-Thanstein traf sich zum gemütlichen Beisammensein mit den Senioren der Pfarreiengemeinschaft Neukirchen-Balbini, Penting, Seebarn auf der Burg in Thanstein. Ein Shuttle-Service brachte die Senioren vom Parkplatz an der Kapelle hinauf zum Burghof. Nach der Begrüßung erzählte Annemarie Mösbauer kurz die Geschichte der Thansteiner Burg von den ersten Erwähnungen 1218 bis heute. Burgstadel und Burghof sind im Besitz von Herbert Träxler und der Burgturm gehört dem Freistaat Bayern. Viele stiegen im Laufe des Nachmittags auf den sanierten Turm und genossen die weite Aussicht. Die musikalische Unterhaltung übernahm Manfred Kraus mit seinem Bruder Siegfried mit Musik, Liedern und Witzen. Durch Zufall kam noch ein Musikant dazu, Wolfgang Blattmeier aus Nittenau. Er borgte sich von Manfred die Gitarre und schon wurde aus dem Duo ein Trio. Für das leibliche Wohl sorgte Herbert Träxler mit Wurstsalat und diversen Getränken. Elvira Köppl brachte noch die Vorzüge der Alten in Reimform, die nach jeder Strophe mit dem Refrain endete „…so brachte mir das Alter einen Gewinn, gut dass ich ne Alte bin“. Von den zahlreichen Senioren kamen viele lobende Worte über den abwechslungsreichen und unterhaltlichen Nachmittag unter den schattenspendenden Bäumen bei angenehmen Temperaturen im Burghof. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen, er schickte den ersehnten Regen erst nachdem alle wieder zu Hause waren.
Pfarrvikar Emmanuel Obgu erzählt den Senioren von seiner Heimat und seinen Hilfsprojekten. (Bild: Annemarie Mösbauer)

Pfarrvikar Emmanuel erzählt von seiner Heimat

Pfarrvikar Emmanuel Obgu kam zum Treffen des Seniorentreffs Winklarn-Thanstein in das Pfarrheim nach Thanstein. Nach einer kurzen Andacht für den ersehnten Weltfrieden stellte er seine Heimat vor. Nigeria ist ungefähr drei Mal so groß wie Deutschland und mit 230 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in Afrika. In der ehemaligen britischen Kolonie gibt es Christen, Muslime und etwa 500 Naturreligionen. Die größten Gruppen sind die Igbo, die Yoruba und die Hausa mit ihren eigenen Gesetzen und Riten. Englisch ist zwar die Amtssprache, aber es kommen noch 500 einheimische Sprachen dazu. Nigeria ist kein armes Land, es hat Bodenschätze und auch landwirtschaftliche Produkte, aber die Verteilung ist sehr ungleichmäßig und ungerecht. 65 % der Bevölkerung leben in Armut. Männer, die Paschas, unterdrücken unzählige Frauen. Es gibt keine Altersversorgung, nur etwa 10 % sind krankenversichert. Mit seinem Hilfsprojekt „Willing hand to help“ unterstützt Emmanuel Obgu seine Heimat. Mit Bildern zeigte er die Umsetzung seiner Projekte. Für die Förderung von Bildung sorgt er mit Schulmaterialien. Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung, auch auf dem Land, half er mit Spenden, Betten und Medikamenten zur Errichtung einer Krankenstation. Momentan unterstützt er die Wasserförderung, die Grundlage für Leben und Wachstum. In einer Tiefe von 250m wurde Wasser gefunden und wird nun heraufgepumpt. Das bedarf natürlich einer großen Pumpe. Die Senioren waren beeindruckt von den Bildern, die die Wasserbohrung mit einfachen Geräten zeigte. Diese Investition wollen sie mit ihrer Spende unterstützen. Beim anschließenden Kaffeetrinken erzählte er noch so Manches über die Unterdrückung der Frauen und das ärmliche Leben.
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