Erkundungsgang über das Betriebsgelände. (Bild: Gabi Schönberger)

Kindergartenkinder des Kindergartens St. Martins in Pfreimd entdecken die Berufswelt bei Gerresheimer

Vom Reinraum bis zu Roboter „Emil“ – Zum Abschluss ihres Jahresthemas „Berufe“ erwartete die Kinder des Kindergartens ein ganz besonderes Highlight: Ein Besuch bei der Firma Gerresheimer in Pfreimd. Nach der herzlichen Begrüßung mit einer gemeinsamen Brotzeit nahm Herr Kiener die Kinder mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch das Unternehmen. Zunächst stellte er verschiedene Produkte vor, die bei Gerresheimer hergestellt werden. Besonders die unterschiedlichen Inhalatoren weckten großes Interesse. Kindgerecht erklärte er, wofür diese benötigt werden und wie sie Menschen mit Atemwegserkrankungen helfen. Damit die Kinder selbst erleben konnten, wie sich erschwertes Atmen anfühlt, erhielt jedes Kind einen Strohhalm und sollte ausschließlich durch diesen atmen. Schnell merkten die Kinder, wie anstrengend dies ist und warum Inhalatoren für viele Menschen eine große Erleichterung darstellen. Anschließend erklärte Herr Kiener den Kindern, dass es bei Gerresheimer sogenannte Reinräume gibt. Gemeinsam überlegte er mit ihnen, was dieser Begriff wohl bedeuten könnte. Durch große Fenster konnten die Kinder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer Arbeit beobachten. Besonders beeindruckt waren sie von der speziellen Schutzkleidung. Herr Kiener erklärte, dass in einem Reinraum höchste Sauberkeit herrschen muss und deshalb kein einziges Haar auf die Produkte gelangen darf. Aus diesem Grund tragen alle Beschäftigten eine vollständige Schutzkleidung – selbst Männer mit Bart müssen einen speziellen Bartschutz anlegen. Ein weiteres Highlight war die große Sauganlage der Firma. Staunend beobachteten die Kinder die riesigen „Staubsauger“, die unzählige kleine Plastikkügelchen ansaugten und über ein Rohrsystem zu den Spritzgussmaschinen transportierten. Herr Kiener erklärte ihnen, dass aus diesen kleinen Kunststoffkügelchen später die verschiedenen Medizinprodukte hergestellt werden. Für die Kinder war es faszinierend zu sehen, wie aus einem so unscheinbaren Material mithilfe moderner Technik wichtige Produkte entstehen. Bei der anschließenden Führung über das weitläufige Firmengelände erhielten die Kinder spannende Einblicke in die moderne Produktion. Mit großer Begeisterung beobachteten sie die zahlreichen Roboter, die verschiedene Arbeitsschritte übernehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen. Ein besonderes Erlebnis war, dass die Kinder einem der Roboter sogar einen Namen geben durften – sie tauften ihn kurzerhand auf „Emil“. Herr Kiener erklärte außerdem, dass am Standort Pfreimd Medizinprodukte wie Inhalatoren, Spritzen und weitere Hilfsmittel für die sichere Verabreichung von Medikamenten hergestellt werden. Die Kinder waren beeindruckt, wie viel Präzision, Hygiene und moderne Technik hinter der Herstellung dieser wichtigen Produkte steckt. Der abwechslungsreiche Vormittag begeisterte die Kinder und bildete einen gelungenen Abschluss des Jahresthemas „Berufe“. Mit vielen neuen Eindrücken und spannenden Erfahrungen kehrten sie in den Kindergarten zurück. Zum Abschluss der Betriebsbesichtigung kam auch die Geschäftsleitung Frau Birgit Heindl zur Gruppe. Gemeinsam bedankten sich die Kinder herzlich für die großzügige Spende der Warnwesten, die sie bereits im Laufe des Jahres erhalten hatten und die sie bei ihren zahlreichen Ausflügen sicher begleiten. Frau Heindl freute sich über den persönlichen Dank und den gelungenen Besuch. Mit vielen schönen Eindrücken und einem erlebnisreichen Vormittag verabschiedeten sich die Kinder von Herrn Kiener und dem Team der Firma Gerresheimer. Ein herzliches Dankeschön gilt Herrn Kiener und der Firma Gerresheimer für den freundlichen Empfang, die interessante Führung und die Möglichkeit, einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen eines modernen Unternehmens zu werfen.
Bürgermeister Florian Reger, Kindergartenleitung Gabi Schönberger, stellvertretender Landrat Hans Prechtl, Hortleitung Lena Schuller und Naturpark-Rangerin Anna Spiller. (Bild: Stefanie Fröhlich)

Natur erleben, Heimat verstehen

Naturpark-Kitas St. Martin: Rezertifizierung und Erstzertifizierung feierlich überreicht In der Kindertagesstätte St. Martin in Pfreimd lag spürbare Aufregung in der Luft – und jede Menge Stolz. Denn, die Auszeichnung als „Naturpark-Kita” wurde an den Kindergarten mit Krippe St. Martin zum wiederholten Male und an den Schülerhort erstmalig überreicht. Damit dürfen sich nun beide Einrichtungen für den Gültigkeitszeitraum von fünf Jahren Teil eines besonderen Bildungsnetzwerks nennen, das Kindern originäre Natur- und Heimaterfahrungen in ihrer direkten Umgebung ermöglicht. Feierlich eröffnet wurde die Veranstaltung von den Krippenkindern, die ihre Gäste mit einem fröhlichen Begrüßungslied willkommen hießen. Schon hier wurde deutlich: Natur ist hier Teil des Alltags und jeder Käfer und jede Raupe werden wertgeschätzt. Was ist eigentlich ein Naturpark? Ein Naturpark ist ein Großschutzgebiet, in der Natur, wirtschaftliche Nutzung, Erholung und nachhaltige Entwicklung gemeinsam gedacht werden. Der Naturpark Oberpfälzer Wald sorgt dafür, dass die Kulturlandschaft und ihre Arten bewahrt werden und gleichzeitig nutzbar und erlebbar sind. Genau hier setzen die Naturpark-Kitas an: Sie bringen Kindern die Natur direkt vor der Haustür näher – spielerisch, fundiert und zukunftsorientiert. Kooperationen, die Natur vertraut machen Kindergartenleiterin Gabi Schönberger blickte in ihrer Ansprache auf fünf intensive Jahre der ersten Zertifizierungsdauer zurück. Dabei wurde deutlich: Natur- und Umweltbildung ist längst ein fester Bestandteil des pädagogischen Alltags geworden. Die enge Zusammenarbeit mit dem Naturpark Oberpfälzer Wald sowie vielen regionalen Partnern bildet dafür das Fundament. So geht nicht nur die Rangerin des Naturparks regelmäßig auf Entdeckungstour mit den Kindern und dem Team, sondern es entstand auch ein gemeinsames Projekt mit dem Obst- und Gartenbauverein mit dem Thema „Von der Blüte bis zum Apfel”. Der Oberpfälzer Waldverein ermöglichte Aufenthalte am Eixlberg, während die Hegegemeinschaft Wissen über „Tiere unseres Waldes” vermittelte. Auch engagierte Privatpersonen und Gruppen wie die „Grüne Truppe” trugen dazu bei, dass Natur praktisch erlebbar wird – etwa bei Baumpflanzaktionen, der Pflege des Gartens oder der Befüllung des Hochbeets. Der Schülerhort beteiligte sich zudem an Projekten des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV). Im Programm der Naturpark-Kita spielen neben der Natur auch Kultur und Geschichte eine Rolle: Im Museum Pfreimd und im Freilandmuseum erfuhren die Kinder, wie Menschen früher lebten, arbeiteten und spielten – und wie viel enger ihr Alltag mit Natur verbunden war. Auch die Erwachsenen lernen fleißig dazu Hortleitung Lena Schuller zeigte in einer Präsentation, wie vielfältig die Projekte der vergangenen Jahre waren. Und nicht nur die Kinder lernen kontinuierlich über ihre Umwelt. Fortbildungen im Bereich Natur- und Waldpädagogik sorgten dafür, dass das pädagogische Personal der Einrichtungen spannende Inhalte auch selbst immer wieder neu und fundiert vermitteln kann, an Kinder und Eltern. Auszeichnung als Auftrag für die Zukunft Nach dem Rückblick folgte der feierliche Moment: Der stellvertretende Landrat Hans Prechtl überreichte gemeinsam mit Bürgermeister Florian Reger die Zertifikate. Die Wertschätzung war groß – ebenso wie der Blick nach vorn. Denn die Zertifizierungen sind nicht nur eine Bestätigung, sondern auch ein Versprechen: Kindern soll weiterhin ermöglicht werden, ihre Umwelt aktiv zu entdecken, Zusammenhänge zu verstehen und eine echte Verbindung zu ihrer Heimat aufzubauen. Beim anschließenden Beisammensein wurde genau darüber gesprochen – über gemeinsame Projekte, neue Ideen und die Bedeutung, Natur und Kultur für Kinder verständlich und erlebbar zu machen.
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