Pfarrer Ronald Liesaus und Mini Jonas Ogarek beim Patroziniumsgottesdienst.  (Bild: Gabriele Buchbinder )

Altentreswitz feiert Patrozinium

Die kleine Wehrkirche auf dem Burghügel von Altentreswitz war am Patrozinium des heiligen Matthäus bis auf den letzten Platz gefüllt. Pfarrer Ronald Liesaus feierte den Festgottesdienst, unterstützt von Ministrant Jonas Ogarek. Unter den Gottesdienstbesuchern waren auch Dritter Bürgermeister Alfons Raab aus Vohenstrauß sowie Vertreter der kirchlichen Gremien und Pfarrgemeinderäte. Als Lektorinnen wirkten Daniela Ogarek und Tanja Meier mit. Ein Patron, ursprünglich Hausvater und Beschützer, steht seit der Antike sinnbildlich für Schutz, Orientierung und Maßstäbe. Und genau hier setzte Pfarrer Liesaus seine Gedanken zum Patrozinium an. Orientierungshilfen gebe es heute viele: Landkarten, Navigationssysteme und von Menschen definierte Maßstäbe. Doch entscheidend seien jene Maßstäbe, die nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen gesetzt werden. Der Evangelist und Apostel Matthäus sei dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Als ehemaliger Zöllner folgte er dem Ruf Jesu: „Folge mir nach.“ Er war bereit, bisherige Maßstäbe hinter sich zu lassen und sich an göttlichen Maßstäben zu orientieren. „Jesus blickt ins Herz“, machte Pfarrer Liesaus deutlich. Matthäus hatte sein Herz am richtigen Fleck und ließ sich auf einen neuen Weg ein. Ausgehend vom Evangelium richtete der Geistliche den Blick auf die Gegenwart. In einer Welt, in der Hass und Gewalt immer stärker um sich griffen und zahlreiche Kriege die Menschen erschütterten, gebe es genügend Opfer. Was gebraucht werde, sei der Gegenpol: Barmherzigkeit. „Barmherzigkeit ist besser als Opfer“, dieser Gedanke könne gerade heute zu einem wichtigen Maßstab werden. Die rund 1,9 Milliarden Christen weltweit könnten dabei ein deutliches Zeichen setzen. Barmherzigkeit beginne nicht irgendwo weit entfernt, sondern im eigenen Umfeld, in der Familie, im Berufsleben, in der Nachbarschaft, in der Pfarreiengemeinschaft und in den Orten, in denen Menschen miteinander leben. Wer sein Herz öffne, könne damit auch andere erreichen. Und viele offene Herzen könnten schließlich auch in einer großen, von Konflikten geprägten Welt etwas verändern. Auch Papst Leo XIV. rufe immer wieder zum Frieden auf. „Erheben wir unsere Herzen“, könne deshalb auch als Auftrag verstanden werden, damit die Welt spüre, Barmherzigkeit ist ein Maßstab, der trägt. Musikalisch bereicherte die Gesangs- und Instrumentalformation „Va-überall-irgendwer“ unter der Leitung von Talina Winter den Festgottesdienst mit besonderen Glanzpunkten. Für ihre musikalischen Beiträge gab es zum Abschluss einen herzlichen und lang anhaltenden Applaus. Anschließend wechselten die Besucher vom Gotteshaus in den Dorfkrug. Bei einem gemeinsamen Frühschoppen wurde das Patrozinium in geselliger Runde fortgesetzt, ganz im Sinne einer lebendigen Dorfgemeinschaft und eines gemeinsam gefeierten Sonntags.
Gruppenbild der Kommunionkinder (Bild: Gabriele Buchbinder)

37 Kommunionkinder zum ersten Mal am Tisch des Herrn

Festlich bunt geschmückt zeigte sich die Pfarrkirche Maria Immaculata am Sonntag zum Tag der Erstkommunion. Weil der Himmel so viele Freudentränen regnete, musste der Einzug der Buben und Mädchen leider entfallen. Das tat der freudigen Aufregung und Erwartung der Kinder aber keinen Abbruch. Und als der zwölfjährige Sebastian Plödt, dessen kleine Schwester Johanna in der Schar der Erstkommunionkinder saß, mit einer professionellen Leichtigkeit den Einzugsmarsch auf der Orgel spielte, war eine ganz besondere feierliche Atmosphäre zu spüren. Dekan Alexander Hösl dankte den Kindern, dass sie den Erwachsenen die Augen für wirklichen Schätze des Lebens geöffnet haben. Im Mittelpunkt des Altarraumes stand eine große Schatztruhe, die von den Erstkommunikanten in Begleitung der Gemeindeassistentin Elena Harwardt mit Symbolen der unbezahlbaren Werte des Lebens gefüllt wurde. Dekan Hösl betonte, wir Christen dürfen eines sicher sein: Jesus lädt uns mit seiner Botschaft immer wieder ein. Wichtig ist, dass wir Gott und Jesus gegenüber auch ständig – wie im Internet – online bleiben. Eine Freundschaft, die nicht mit Leben gefüllt wird, verläuft irgendwann im Sand. Gott ist für uns ein Gegenüber, ein „Du“, mit dem wir auch sprechen müssen, im Gebet und im Gottesdienst. Er dankte allen Eltern für die Vorbereitung und Wegebegleitung des letzten halben Jahres und bat, auch weiterhin den heranwachsenden Jugendlichen ein stabiles Vorbild im Glauben zu sein. Mit den Schätzen in und vor der Schatzkiste werden ihnen die Höhen und Tiefen im Leben leichter fallen. Nach dem feierlichen Segen gab es ein herzliches Vergelt’s Gott und anerkennenden Applaus für die frischen Beiträge des Kinderchores unter der Leitung von Talina Winter und Magdalena Süß sowie Ferdl Völkl an der Orgel.
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