Michaela Blattnig schaffte es, die Frauen zu stärken für die 2. Lebenshälfte. (Bild: Sieglinde Schärtl)

Lebensfroh und mutig sein

Das Pfarrheim in Leuchtenberg war vollbesetzt von Frauen nicht nur ab der Lebensmitte, sondern auch jüngere hatten sich eingefunden. Aus der Pfarreiengemeinschaft Leuchtenberg-Michldorf-Roggenstein waren die Interessierten gekommen zu dem Vortrag: „Ich verlieb mich neu ins Leben. Selbstbewusst und lebensfroh in die 2. Lebenshälfte.“ Eingeladen hatte der Katholische Frauenbund (KDFB) und Gymnastikgruppe Leuchtenberg und die Frauengruppe Döllnitz. Sehr begeisternd und realitätsnah stellte die Referentin Michaela Blattnig, von der Katholischen Erwachsenenbildung, die Schwerpunkte wörtlich und schriftlich an der Leinwand vor. „Wir sind der Nabel der Welt und das beginnt mit unserer Geburt und somit unsere 1. Hälfte mit Natur und Instinkt und wir funktionieren.“ Die 2. Hälfte ist ein Umbruch und auch Neubeginn. Wir sollen unser Wissen und die Unabhängigkeit geniessen und auch versuchen nicht mehr Jedermanns Liebling zu sein. Einen Freiraum schaffen zur selbstverständlichen Lebensgestaltung. Auch Rückschau auf das Vergangene zu halten, denn Erinnerungen sind wichtig. Auch hinterfragen, wofür setze ich mich jetzt ein, was habe ich gemeistert, was sind meine Stärken. Die Lebenserfahrungen weitergeben, niederschreiben und somit später für die Enkel erhalten. Wichtig ist, weiterhin lebensfroh und mutig zu sein, so der Appell der Referentin an die sehr aufmerksamen Zuhörerinnen. Bevor diese einstündige lebensbejahende Aufforderung begann, konnten sich alle bei einem sehr reichhaltigen Frühstück stärken. Nach dem ermutigenden Vortrag, mit den enormen Beispielen, denn jede fand sich hier bestimmt wieder, dankte KDFB- Vorsitzende Claudia Rupprecht der Referentin mit Blumen.
: Alle, die zur Jahreshauptversammlung des KDFB ins Pfarrheim gekommen waren, wurden mit diesem süßen Gruß begrüßt (Bild: Sieglinde Schärtl)

Bet und arbeite und feiere dazu, so beim KDFB in Leuchtenberg

Der Jahresrückblick zeigte abermals auf, dass beim Katholischen Frauenbund sehr viel angeboten wird. Die Jahreshauptversammlung begann mit einem Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder. Pater Jo Jovilla Kurian feierte die Messe mit den Mitgliedern in der Pfarrkirche St. Margareta. Vorsitzende Claudia Rupprecht zeigte sich erfreut, dass im Pfarrheim danach viele sich versammelt hatten, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Sie dankte allen für die stete Unterstützung und dass die Angebote so gut angenommen werden. Nach soviel Berichten lud sie alle zu einer warmen Brotzeit ein. Schriftführerin Maria Winter ging auf viele Aktivitäten des abgelaufen Jahres ein. Es gab gesellige Treffen, Infoabende und Gebetsstunden. Erfolgreich, wie seit vielen Jahren war wieder das Fastenessen mit der bereits zu Berühmtheit erlangten „Schwammerlbrühe“. Frühstücken mit Vorträgen und die Treffen mit der Gymnastikgruppe Leuchtenberg und der Frauengruppe Döllnitz zeigt von Gemeinsamkeit und gegenseitiger Wertschätzung. Aktiv vertreten war der KDFB bei der 900 Jahrfeier der Marktgemeinde sowie bei der Verabschiedung von Pfarrer Adam Nieciecki und der Einführung des neuen Pfarrers Pater Jo Jovilla Kurian und Diakon Ulrich Wabra. Gebetet wurde unter anderem am Weltgebetstag, der Josefiandacht, dem Kreuzweg, bei der Wallfahrt nach St. Quirin, dem Oktoberrosenkranz in der Vierzehn Nothelfer Kirche in Söllitz. Danach gabs auch immer eine Stärkung bei der Einkehr und es zeigte, das Leib und Seele zusammengehört. Der Oasentag, der vom Diözesanverband ausgerichtet wurde, fand Anklang, sowie die Teilnahme an der Bezirksversammlung in Teunz. Auch dieses Jahr ist wieder mit vielen Veranstaltungen bestückt sowie mit beten, arbeiten, informieren, sich stärken und Ausflüge zu unternehmen.
Pfarrer Adam Niecieki geht mit Ministranten Timo durch die Reihen um die Kräuterbüschel mit Weihwasser zu segnen. (Bild: Sieglinde Schärtl)

Kräuterbüschel auf der Burg gesegnet

Diesmal wurden die Kräuterbüschel auf der größten Burganlage der Oberpfalz gesegnet. Beim Gottesdienst anläßlich des Bürgerfestes, zu dem die örtliche Feuerwehr eingeladen hat, wurde auf der Burg zelebriert. Für Pfarrer Adam Nieciecki war es der letzte Freiluftgottesdienst, denn er geht ab 1. September in Ruhestand in seine Heimat Polen. Er stellte in der Predigt heraus, das wir uns feiern und dabei gemeinsam feiern. Er ging auch auf die Kräuter zum Maria Himmelfahrtstag ein und dankte dem Katholischen Frauenbund (KDFB) für die Mühen. Nach dem Festgottesdienst ging der durch die Reihen und segnete die Kräuterbüschel. Am Tag zuvor hatten Mitglieder des KDFB mit Vorsitzender Claudia Rupprecht über 70 Kräuterbüschel gebunden. Mindestens sieben Kräuter, das ist die Zahl der Wochen-bzw. Schöpfungstage sollte eine Gebinde enthalten. Neun Kräuter sagen sinnbildlich dreimal drei für die Hl. Dreifaltigkeit aus und die Zahl 12 der Apostel und die Zahl 14 der Nothelfer. Es geht noch weiter bis zu 99 Kräuter und alle Zahlen haben ihre Bedeutung. Die KDFB-Frauen banden unter anderm Schafgarbe, Beifuß, Sonnenhut, Goldrute, Johanniskraut, Lavendel und vor allem in die Mitte die Königskerze zusammen. Die Mitglieder brachten aus ihren Gärten die Kräuter mit und es entstanden wunderbare Prachtstücke. Gegen eine Spenden konnten sich die Gottesdienstbesucher die Kräuterbüschel mit nehmen und bereits am Vorabend in der St. Jakobus Kirche in Döllnitz. Einst wurden die Kräuter, die besonders heilsam sind, dem kranken Vieh unter das Futter gemischt oder man warf zum Schutz vor Blitzschlag beim Gewitter Kräuter ins offene Feuer. Die Buschen haben in den Wohnhäuser ihren bestimmten Platz, meist werden sie im Herrgottswinkel aufgehängt, und der vom Vorjahr hat damit seine Wirkjung verloren und wird im Feuer verbrannt.

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