Bei der Rücküberstellung des „ausgeliehenen” Maibaums erhielten die Brauchtumsdiebe eine Brotzeit zugesagt und die Imker neue Mitglieder. (Bild: Anton Ziegler)

Maibaum-Diebstahl mit Bienenstich im Nachgang

Am ersten Mai passieren bekanntlich die seltsamsten Dinge – aber was sich heuer zwischen den Festburschen und den Imkern abgespielt hat, hätte selbst der Zufall kaum besser inszenieren können. Alles begann mit einer klassischen Nacht-und-Nebel-Aktion: Die Festburschen, geschniegelt mit Stirnlampen und einer gehörigen Portion Abenteuerlust, schlichen sich zum Lehrbienenstand und „befreiten“ kurzerhand den Maibaum der Imker. Mit erstaunlicher Ausdauer – und vermutlich noch erstaunlicherem Orientierungssinn – trugen sie das gute Stück bis nach Eslarn. Dort nahm die Geschichte eine unerwartete Wendung. Am Straßenrand standen zufällig einige Mitglieder des Imkervereins, frisch auf dem Heimweg von der Zoiglstum, noch bestens gelaunt und hilfsbereit. Kaum wurden sie angesprochen, packten sie ohne Zögern mit an – schließlich hilft man ja gerne, wenn’s was zu tragen gibt. Gemeinsam wurde der Maibaum sicher im Hinterhof der Gaststätte Böhmerwald verstaut. Erst als alle wieder zu Atem gekommen waren, dämmerte den freiwilligen Helfern langsam die Wahrheit: „Moment mal… war das nicht unser Maibaum?“ Die Erkenntnis kam – wie so oft – ein kleines bisschen zu spät. Doch anstatt in Ärger auszubrechen, bewiesen die Imker Humor und Verhandlungsgeschick. Bei der feierlichen Rücküberstellung des Maibaums bekamen die Brauchtumsdiebe zwar eine Brotzeit zugesagt, aber einer charmanten Bitte der Imker konnten sechs Festburschen nicht widerstehen. Sie unterschrieben kurzerhand den Mitgliedsantrag des Imkervereins. So endete die Geschichte mit einem beiderseitigen Happy End: Die Festburschen bekamen eine zünftige Brotzeit und eine gute Geschichte für die nächsten Jahre – und die Imker freuten sich über tatkräftigen Nachwuchs und klingelnde Mitgliedsbeiträge.
Blasmusiker aus Eslarn und Waidhaus stimmen die zahlreichen Besucher auf Weihnachten ein. (Bild: Karl Ziegler)

Oberpfälzer Kartoffelspezialität beim musikalischen Imkeradvent

Der romantische Advent im Wald am Lehrbienenstand des Imkervereins zog bei Einbruch der Dunkelheit zahlreiche Besucher an. In den Kreis der vielen Eslarnern mischten sich die drei Bürgermeisterkandidaten Thomas Kleber, Bernd Reil und Georg Zierer mit ihren Unterstützern. Zudem kamen Mitglieder benachbarter Imkervereine sowie Gäste aus umliegenden Gemeinden, darunter Pfarrer i. R. Erwin Bauer. Einige Besucher nutzten sogar ihre Einkaufsfahrt nach Tschechien für einen Zwischenstopp beim Imkeradvent. „So viele Besucher hatten wir noch nicht“, stellte Imkervorsitzender Johann Seibert fest. Wer wollte, konnte sich in der warmen Imkerhütte und an mehreren Feuerstellen aufwärmen. Das emsige Treiben eines Bienenvolkes ersetzten an diesem Abend die engagierten Mitglieder des Imkervereins, die für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Bläser aus Eslarn unter der Leitung von Armin Bauer aus Waidhaus, die mit traditionellen Weihnachtsliedern eine stimmungsvolle, vorweihnachtliche Atmosphäre schufen. Auch kulinarisch wurden die Besucher bestens versorgt. Bei den Imkern um Eduard Forster und Florian Ermer aus Waldthurn gab es neben Glühwein auch alkoholfreien Punsch für Kinder sowie Bratwürste in der Semmel. Ein besonderer Genuss war die knusprige Oberpfälzer Kartoffelspezialität, der Dotsch, angeboten von Stefan Kleber. Der Reiberdatschi, wie man ihn in Bayern nennt und schätzt, war beidseitig goldbraun gebraten und weckte bei vielen Erinnerungen an Omas Küche. Am Stand von Manuela Witt wurden zudem heißer Met und verschiedene Bienenprodukte angeboten. In der Imkerhütte rundeten Tee, Kaffee und selbstgebackenes Gebäck das Angebot ab. Mit dem großen Besucherandrang und der gelungenen Veranstaltung zeigten sich die Imker um Vorsitzenden Johann Seibert und Johann Bruckner äußerst zufrieden.

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