Mit einem Wertgutschein wurden die Jahrgangsbesten Bastian Müller (1,8), Franziska Plonka (1,8), Sophia Köstler (1,6), Antonia Pinzer (1,9), Heidi Müller (1,6) und Bella Bauer (1,2) (erste Reihe, von links) ausgezeichnet. Zu den herausragenden Leistungen gratulierten Rektor Alexander Köstler und Klassenleiter Martin Nickl (vorne rechts und links), die Bürgermeister der Schulverbandsgemeinden (hinten, von rechts) Bernhard Schindler, Oliver Becher, Florian Prechtl (in Vertretung für Franz Tauber), Peter König, Hubert Kraus, Johannes Prechtl sowie die Elternbeiratsvorsitzende Nicole Bühlmeyer und Klassenelternsprecher Lorenz Brunner. (Bild: Sophia Popp)

Entlassfeier an der Fichtelnaabtal-Mittelschule: Ein würdiger Abschied und ein vielversprechender Start

Mit einem feierlichen Abschlussakt wurden 24 Schülerinnen und Schüler in der mit über 120 Gästen gut gefüllten Turnhalle in Ebnath verabschiedet. Die ökumenische Andacht in der Pfarrkirche St. Ägidius stand unter dem Motto „Mit Gott unterwegs durchs Leben“, wurde von Pater Renni und Religionslehrer Sebastian Stejskal gestaltet, und setzte darauf, Vertrauen auch in schwierigen Lebenssituationen zu fördern. Besonders stolz zeigte sich die Schule über das hervorragende Prüfungsergebnis: 95 % der Absolventinnen und Absolventen bestanden den Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule – und alle haben bereits einen Anschluss nach dem Abschluss. Schulleiter Alexander Köstler beschrieb den Prüfungsweg und dieses besondere Ergebnis mit einem Zitat von Aristoteles: „Die Wurzeln der Bildung sind bitter, deren Früchte aber schmecken süß.“ Er wünschte den Jugendlichen weiterhin viel Erfolg und Menschen an der Seite, die inspirieren und unterstützen. Der Ebnather Bürgermeister und Vorsitzende des Schulverbandes der Mittelschule, Johannes Prechtl, ermunterte die Absolventen, jeden neuen Schritt zu genießen und neugierig zu bleiben, aber auch Verantwortung in der Zukunft zu übernehmen. Lorenz Brunner, Klassenelternsprecher der Klasse 9, blickte in seiner Rede auf die gesamte Schulzeit zurück und betonte die vielen Aktivitäten, die den Abschlussjahrgang in positiver Erinnerung halten werden. Mit einer pointierten Rede und amüsanten Episoden aus dem Schulalltag sorgte Klassleiter Martin Nickl für Heiterkeit und Lob. Er hob die intensive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit ihrer Zukunft hervor, alle seien für die Zukunft gerüstet. Zudem brachte er seine Vorfreude auf ein Wiedersehen zum Ausdruck. Die Klassen- und Schulsprecherinnen Antonia Pinzer und Franziska Plonka bedankten sich im Namen der Klasse bei der Klassenleitung, den Lehrkräften, der Verwaltung und der Schulleitung – sie erinnerten an eine schöne Zeit und den starken Zusammenhalt der Gruppe. Den Ausklang bildete ein gemeinsames Buffet mit gemütlichem Beisammensein, bei dem noch viele Gespräche geführt und auch Pläne für die Zukunft geschmiedet wurden. Die Entlassfeier bot einen würdigen Rahmen, um Vergangenes zu feiern und voller Zuversicht in den nächsten Lebensabschnitt zu gehen.
Die Schülergruppe der 8. Klasse in der Gedenkstätte Flossenbürg (Bild: Philipp Lippert)

Unterrichtsbesuch in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Achtklässler setzen sich mit NS-Verbrechen auseinander

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts haben die Schüler und Schülerinnen der 8. Jahrgangsstufe der Fichtelnaabtal-Mittelschule die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg besucht. Nach einer Begrüßung durch die Leiterin erhielten die Jugendlichen zunächst einen kurzen Überblick und stiegen anschließend unmittelbar in das Thema „Lager” ein. Auf historischen und aktuellen Lageplänen lokalisierten die Schülerinnen noch erhaltene Gebäudeteile und sprachen über deren frühere Funktionen. Besonders intensiv befassten sie sich mit den Häftlingsbaracken: Größe, spartanische Ausstattung und die extreme Überbelegung, die katastrophale hygienische Bedingungen zur Folge hatte, wurden anschaulich erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem ehemaligen Waschhaus. Dort wurden neu eingelieferte Gefangene registriert, beraubt, rasiert, „gewaschen” und systematisch entwürdigt. Eine eindrucksvolle Ausstellung, die frei erkundet werden konnte, vertiefte diese Eindrücke. Besonderes Augenmerk galt der Häftlingskleidung, die als Symbol der Entrechtung und Uniformierung stand. Im Verlauf des Rundgangs thematisierte die Leitung zudem die Zwangsarbeit im Steinbruch, das weitverzweigte Netz von Arbeits- und Vernichtungslagern in Europa sowie die Kennzeichnung der Gefangenen durch Nummern, Abkürzungen und farbige Winkel. Der Weg führte weiter zum heutigen Friedhof – einst ein Ort des Sterbens, damals in provisorischen Baracken notdürftig eingerichtet. Erschütternd war auch der Besuch des Krematoriums im sogenannten Tal des Todes. Aufgrund der Vielzahl der Toten wurden am Ende zusätzlich Scheiterhaufen errichtet, um mehr Leichen verbrennen zu können; der beißende Geruch habe sich, so die historischen Berichte, über mehrere Kilometer ausgebreitet. Mit vielen schweren, nachhallenden Eindrücken kehrten die Lernenden in die Heimat zurück. Die Exkursion bot nicht nur historische Fakten, sondern auch Anlass zur stillen Reflexion über Verantwortung, Menschenwürde und die Bedeutung des Erinnerns.
Vor der Gerichtsverhandlung versammelten sich die Schülerinnen und Schüler vor der „Justitia” auf der Brücke zum Amtsgericht Tirschenreuth.  (Bild: Erni Bühl)

Politische Bildung am Amtsgericht Tirschenreuth

Die 7. Klasse der Fichtelnaabtal-Mittelschule Ebnath-Neusorg lernt vor Ort. 20 Schülerinnen und Schüler besuchten im Rahmen des GPG-Unterrichts das Amtsgericht in Tirschenreuth. Am Gericht angekommen, begrüßte „Justitia” an der Brücke ihre Gäste, die um 9 Uhr an der ersten öffentlichen Verhandlung teilnehmen sollten. Verhandelt wurden zwei Diebstähle! Diebstahl Nummer 1: Eine Tafel Schokolade. Aber der Angeklagte war nicht da und auch nicht auffindbar. Bis zur Verhandlung des Diebstahls Nummer 2 verblieben einige Minuten. Diese nutzte Richter Fillinger zum Gespräch mit den jungen Gästen, dabei machte er etwas Werbung in eigener Sache, denn auch das Amtsgericht bietet Ausbildungsstellen an. Themen wie: Wie gehe ich sicher mit meinem Handy um? Was ist ab wann strafbar? Wer landet hier in Tirschenreuth? wurden beantwortet. Eindringlich warnte er sie vor illegalen Feuerwerkskörpern, Gerätschaften und Waffen aller Art. Sein letzter Appell: Finger weg von Drogen! Auch wenn diese erlaubt sein mögen, Finger weg! Um 10 Uhr war die nächste Verhandlung angesetzt: Diebstahl eines Autos. Doch der Angeklagte beteuerte, es nur versteckt zu haben, um seinem Kollegen eins auszuwischen. Er blieb beharrlich bei seiner Aussage, was die Schüler fast zum Lachen gebracht hätte. Verschiedene Zeugen wurden vernommen, die Verhandlung zog sich in die Länge, leider konnte aus zeitlichen Gründen der richterliche Urteilsspruch nicht mehr angehört werden. Ein realer, ganz normaler Vormittag im Amtsgericht, bei dem die Schüler viele Eindrücke und wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.
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