Die Schülergruppe der 8. Klasse in der Gedenkstätte Flossenbürg (Bild: Philipp Lippert)

Unterrichtsbesuch in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Achtklässler setzen sich mit NS-Verbrechen auseinander

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts haben die Schüler und Schülerinnen der 8. Jahrgangsstufe der Fichtelnaabtal-Mittelschule die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg besucht. Nach einer Begrüßung durch die Leiterin erhielten die Jugendlichen zunächst einen kurzen Überblick und stiegen anschließend unmittelbar in das Thema „Lager” ein. Auf historischen und aktuellen Lageplänen lokalisierten die Schülerinnen noch erhaltene Gebäudeteile und sprachen über deren frühere Funktionen. Besonders intensiv befassten sie sich mit den Häftlingsbaracken: Größe, spartanische Ausstattung und die extreme Überbelegung, die katastrophale hygienische Bedingungen zur Folge hatte, wurden anschaulich erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem ehemaligen Waschhaus. Dort wurden neu eingelieferte Gefangene registriert, beraubt, rasiert, „gewaschen” und systematisch entwürdigt. Eine eindrucksvolle Ausstellung, die frei erkundet werden konnte, vertiefte diese Eindrücke. Besonderes Augenmerk galt der Häftlingskleidung, die als Symbol der Entrechtung und Uniformierung stand. Im Verlauf des Rundgangs thematisierte die Leitung zudem die Zwangsarbeit im Steinbruch, das weitverzweigte Netz von Arbeits- und Vernichtungslagern in Europa sowie die Kennzeichnung der Gefangenen durch Nummern, Abkürzungen und farbige Winkel. Der Weg führte weiter zum heutigen Friedhof – einst ein Ort des Sterbens, damals in provisorischen Baracken notdürftig eingerichtet. Erschütternd war auch der Besuch des Krematoriums im sogenannten Tal des Todes. Aufgrund der Vielzahl der Toten wurden am Ende zusätzlich Scheiterhaufen errichtet, um mehr Leichen verbrennen zu können; der beißende Geruch habe sich, so die historischen Berichte, über mehrere Kilometer ausgebreitet. Mit vielen schweren, nachhallenden Eindrücken kehrten die Lernenden in die Heimat zurück. Die Exkursion bot nicht nur historische Fakten, sondern auch Anlass zur stillen Reflexion über Verantwortung, Menschenwürde und die Bedeutung des Erinnerns.
Vor der Gerichtsverhandlung versammelten sich die Schülerinnen und Schüler vor der „Justitia” auf der Brücke zum Amtsgericht Tirschenreuth.  (Bild: Erni Bühl)

Politische Bildung am Amtsgericht Tirschenreuth

Die 7. Klasse der Fichtelnaabtal-Mittelschule Ebnath-Neusorg lernt vor Ort. 20 Schülerinnen und Schüler besuchten im Rahmen des GPG-Unterrichts das Amtsgericht in Tirschenreuth. Am Gericht angekommen, begrüßte „Justitia” an der Brücke ihre Gäste, die um 9 Uhr an der ersten öffentlichen Verhandlung teilnehmen sollten. Verhandelt wurden zwei Diebstähle! Diebstahl Nummer 1: Eine Tafel Schokolade. Aber der Angeklagte war nicht da und auch nicht auffindbar. Bis zur Verhandlung des Diebstahls Nummer 2 verblieben einige Minuten. Diese nutzte Richter Fillinger zum Gespräch mit den jungen Gästen, dabei machte er etwas Werbung in eigener Sache, denn auch das Amtsgericht bietet Ausbildungsstellen an. Themen wie: Wie gehe ich sicher mit meinem Handy um? Was ist ab wann strafbar? Wer landet hier in Tirschenreuth? wurden beantwortet. Eindringlich warnte er sie vor illegalen Feuerwerkskörpern, Gerätschaften und Waffen aller Art. Sein letzter Appell: Finger weg von Drogen! Auch wenn diese erlaubt sein mögen, Finger weg! Um 10 Uhr war die nächste Verhandlung angesetzt: Diebstahl eines Autos. Doch der Angeklagte beteuerte, es nur versteckt zu haben, um seinem Kollegen eins auszuwischen. Er blieb beharrlich bei seiner Aussage, was die Schüler fast zum Lachen gebracht hätte. Verschiedene Zeugen wurden vernommen, die Verhandlung zog sich in die Länge, leider konnte aus zeitlichen Gründen der richterliche Urteilsspruch nicht mehr angehört werden. Ein realer, ganz normaler Vormittag im Amtsgericht, bei dem die Schüler viele Eindrücke und wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.
Gemeinsame Vorbereitung des Laugengebäcks für den Pausenverkauf. (Bild: Ute Müller )

BOMMiniprojekt „Laugengebäck für den Pausenverkauf”

Auch dieses Schuljahr wurde wieder ein sog. „BOM-Mini-Projekt” (Projekt als berufsorientierende Maßnahme) mit Bäckermeister Florian Pappenberger aus Grafenwöhr an der Fichtelnaabtalschule durchgeführt. Bezugnehmend auf Lerninhalte aus den Fächern ES (Ernährung und Soziales) und WiB (Wirtschaft und Beruf) stellten fünf SchülerInnen verschiedenes Laugengebäck für den Pausenverkauf her. Ziel des Projekts war es, praktische Erfahrungen in der Lebensmittelzubereitung zu sammeln, sowie wirtschaftliche und soziale Aspekte eines Verkaufs kennenzulernen. Zu Beginn des Projekts wurde die Durchführung geplant. Dazu gehörte die Auswahl geeigneter Rezepte, sowie die Berechnung der benötigten Zutaten und Kosten. Es wurden Bestelllisten erstellt, die im Vorfeld in den Klassen der Mittelschule verteilt wurden. Nach erfolgter Bestellung ermittelten die Schüler den Gesamtbedarf und gaben dies an Herrn Pappenberger weiter, der dankenswerter Weise den Einkauf der Lebensmittel übernahm. Am Mittwoch, den 28.01.2026 war es dann soweit und das Projekt ging in die praktische Phase. Nach gemeinsamer Planung und Tipps vom Profi wurden zuerst die gefrorenen Laugenteiglinge aufgebacken. In der Zwischenzeit bereiteten die SchülerInnen die verschiedenen Zutaten für die Beläge vor. Nachdem die Laugenstangen dann abgekühlt waren, wurden sie – ja nach Bestellung – belegt und ansprechend auf Blechen angerichtet. Am Ende lagen zahlreiche, sehr appetitlich aussehende Pausensnacks bereit und warteten auf die Ausgabe in der Pause. Zu deren Beginn bildete sich eine lange Schlange am Verkaufsstand und alle vorbestellten Gebäcke wurden zügig an die hungrigen Mitschüler verteilt. Man konnte sehr viele zufriedene Gesichter sehen und noch mehr positive Stimmen zum erfolgreichen Projekt zu hören.
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