25 Teilnehmer folgten der AWA-Einladung zu einer Betriebsbesichtigung der traditionsreichen Eisengießerei Luitpoldhütte GmbH mit ihren 460 Mitarbeitern. Der Stadtteil Wagrain-Ammersricht ist eng mit der LH verbunden. Allein im Jahr 1949 wurden am Wagrain eigens für die damaligen LH-Arbeiter 40 Wohneinheiten gebaut.
Vieles ist immer noch wie vor Jahrzehnten, ein fast industriell-archaisches Erlebnis, wenn die Funken beim Eingießen des geschmolzenen Eisens in die vorgearbeiteten Formen fliegen.
Das Unternehmen produziert hochwertige Gussteile für verschiedene Industriebereiche, darunter Landwirtschaft, Großmotoren, Kompressoren und Maschinenbau, und der Energieverbrauch ist mit 30 bis 35 GWH gigantisch. Er entspricht dem Verbrauch von 8000 Haushalten. 90% der Energie wird (noch) konventionell mit fossilen Brennstoffen gewonnen, 10% aus Strom. Doch das soll sich ändern. Maschinenbautechniker Sebastian Heider macht klar, dass die LH mittelfristig auf grünen Strom setzt. Es sei ein Jammer, dass die benachbarte PV-Freiflächenanlage wegen überschüssigen Solarstroms oftmals abgeregelt werden müsse, während die LH in Sichtweite teure Energie einkaufen müsse. Aber das könnte sich ändern. Die LH hat Interesse an der Übernahme der PV-Anlage. Für den Guss wird übrigens fast ausschließlich recycelter Schrott verwendet.
Überhaupt verbindet die Luitpoldhütte längst traditionelles Handwerk mit kontinuierlicher Weiterentwicklung und Innovation. So konnten die staunenden Besucher beobachten, wie ein 3-D-Sanddrucker perfekte Gussformen, die sogenannten Sandkerne „baut“ und Roboterarme Gussteile akribisch säubern. Besonders beeindruckend: Europas größte sogenannte Kernschießmaschine.
AWA-Vorsitzender Manfred Lehner dankte nach dem zweistündigen Rundgang Alfons Wanninger für die Organisation der tollen Exkursion und den drei Führern, die die Gäste mit großem Wissen, Kompetenz und Leidenschaft sicher durch den laufenden Betrieb begleitet hatten.