Wegkreuze, Marterl und Gedenksteine in Ammersricht und im Wagrainer Wald standen im Mittelpunkt eines Vortrags von Herbert und Stephan Unterburger. Der zeitliche Bogen spannte sich über mehr als zwei Jahrhunderte. An den Anfang stellte Herbert Unterburger ein Steinkreuz von 1796 nördöstlich des Mariahilfbergs. Es erinnert, so der Referent, an den Tod eines französischen Oberst in den heftigen militärischen Auseinandersetzungen französischer und österreichischer Truppen rund um Amberg.
Nächste Station des Vortrags war die Ortschaft Bernricht, wie Ammersricht eine Rode-Siedlung und bereits 1139 als Stiftungsgut des Klosters Ensdorf urkundlich erwähnt. Vier Höfe seien nach dem 30jährigen Krieg dokumentiert, die als sogenannte „halbe Kuchwagenhöfe“ zum Transport von Holz aus den Vilsecker Wäldern zur Hofhaltung in Amberg verpflichtet waren. In dieser Dorfgeschichte spiele der Familienname Zintl eine wichtige Rolle, auf die sich unter anderem ein Flurdenkmal ebenfalls von 1796 beziehe und an den Tod eines Familienmitglieds bei einem Fuhrwerksunglücks erinnere. Nachzulesen sei das übrigens im Sterbebuch von Ursulapoppenricht.
Ebenfalls ein tragischer Unfall bei Waldarbeiten, bei dem ein 15jähriger Junge ums Leben kam, führte zur Errichtung des Marterl am Oberammersrichter Weg. Der Weiler Oberammersricht sei übrigens einst ein eigenes Gemeinwesen gewesen, nachweisbar als Lehen der Herren von Störnstein. Seit 1813 seien die Besitzverhältnisse der drei bestehenden Höfe nachvollziehbar: Der Egidi Hof, der Strobl Hof und der Schießlbauer Hof.
Als Schlusspunkt wählte der Referent die Geschichte des schmiedeeisernen Kreuzes, das Hans Moosburger vor einigen Jahren errichtete. 14 Tage vor Kriegsende im Jahr 1945 war dieser mit seiner Mutter unterwegs nach Oberammersricht und begegnete russischen Kriegsgefangenen, die von ihrer Unterkunft im Gasthaus Neumühle von deutschen Soldaten nach Flossenbürg getrieben wurden. Vom Wald herüber hörten Hans und seine Mutter einen Schuss und fanden kurz darauf ein frisches Grab, mit gesteckten Fichtenzweigen als Kreuz. Nach dem Krieg wurde der Leichnam des an dieser Stelle getöteten jungen Russen geborgen und im Katharinenfriedhof bestattet. Die Familie Moosburger stiftete zu dessen Ehren das schmiedeeiserne Kreuz – als Zeichen der Menschlichkeit und des Respekts.
AWA-Vorsitzender Manfred Lehner dankte Herbert und Stephan Unterburger für ihren wertvollen Beitrag zur Stadtteil-Heimatgeschichte, der bei den zahlreichen Zuhörern großen Eindruck hinterließ.