Das fünfte Konzert zur Vorstellung der neuen Klais-Orgel in der Pfarrkirche St. Georg in Amberg wurde von Domorganist Professor Stefan Schmidt gespielt. Schmidt ist ein international gefragter Interpret und Improvisator, der seit 2005 als Organist am Würzburger Dom wirkt. Aktuell vertritt er außerdem die Professur für künstlerisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik in Würzburg.
Schon das Motto des Konzerts zeigte, wie gut durchdacht das Programm war: „J. S. Bach und seine Zukunft: Inspiration, Modifikation, Transkription, Improvisation, Interpretation“.
Von Bachs Namen inspiriert - den vier Buchstaben, die zugleich Tonnamen darstellen - begann das Konzert mit „Hommage à J. S. Bach“ von Zsolt Gárdonyi. Neben der Tonfolge B - A - C - H verwendete der Komponist Motive aus Bach-Werken, die er in freier Tonalität meditativ gestaltete. Auch Robert Schumann bezog sich auf den Namen Bachs, um eine klassische Fuge in ein romantisches Klanggewand zu kleiden.
Modifiziert und transkribiert waren weitere Werke, so das von Max Reger umgeschriebene „Präludium und Fuge b-Moll“ aus dem „Wohltemperierten Clavier I“; in Regers romantischen Klangfarben tönte es wie neu. Interessante Blicke auf Bach aus französischer Sicht zeigten die „Sicilienne“, bearbeitet von Louis Vierne, und der „Marsch der Nachtwächter“ von Charles-Marie Widor. Dieser Marsch benutzt als Basis das Choralvorspiel „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von J. S. Bach und erweitert mit einem Augenzwinkern den Choral ins Orchestrale.
Das unbeschwert jubelnde „Praeludium und Fuge G-Dur“ und das sehr anspruchsvolle Werk „Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur“ von J. S. Bach bildeten Höhepunkte in der Programmfolge. Schmidts Interpretation legte Wert auf Klarheit in der Stimmführung und konzentrierte Intensität. Bemerkenswert war die freie Gestaltung von einstimmigen Passagen, wie etwa beim virtuosen Pedalsolo. Diese Werke waren in silbrig-strahlendem Barockklang registriert, mit dem die Klais-Orgel den Kirchenraum füllte.
Bei seiner Improvisation wählte Schmidt Motive aus der berühmten „Toccata und Fuge in d-Moll“ und führte das Konzert zu einem klangmächtigen Abschluss, bei dem alle feinsinnigen Gestaltungsmöglichkeiten der Orgel ausgeschöpft wurden. Das rund einstündige Konzert wurde von den zahlreichen Zuhörern in St. Georg mit lang anhaltendem Applaus bedacht.