Ein wahrhaft inspirierendes Konzerterlebnis: Das Ševčík Quartett begeisterte am Samstag während der Wurzer Sommerkonzerte 2026 mit einer glasklaren, frischen und hochvirtuosen Kammermusik-Performance. Gegründet 2020 in Prag, überzeugt das Ensemble mit einer beeindruckenden Mischung aus jugendlicher Frische und ausgesprochen reifem Klang. Die Musiker Pavla Tesařová, Michael Foršt, Matouš Hasoň und Adam Klánský trugen die Stücke in einer gemeinsamen, homogenen Sprache vor und präsentierten sie präzise und nuancenreich.
Das Programm – Beethoven Streichquartett c-Moll, Op. 18, Nr. 4; Jirak Streichquartett c-Moll, Op. 9, Nr. 1; Skroup Streichquartett Op. 24, Nr. 1 – wurde mit bemerkenswerter Intensität und klanglicher Vielschichtigkeit dargeboten. Beethoven eröffnete mit einer dramatischen, doch durchscheinend und gespannten Architektur; die Andante-Scherzoso-Regionen wirkten transparent, das Menuett erzählte leise Nuancen und das Finale war furios. Dann folgte die Jirak-Komposition mit inniger Ernsthaftigkeit, die dem Ensemble ausreichend Raum gab, seine technische Souveränität zu demonstrieren. Schließlich zeigte das Quartett mit den Kompositionen von František Škroup eine temperamentvolle, charmante Seite, die das Publikum regelrecht mitriss.
Die Veranstalter mussten zusätzliche Stühle aufstellen, so groß war die Nachfrage und die Wurzer Sommerkonzerte erlebten einen Moment der Kontinuität zwischen Tradition und Frische. Das begeisterte Echo aus dem Publikum war überwältigend. Das Ševčík Quartet beeindruckte nicht nur mit technischer Brillanz, sondern auch mit tonal reifer Musikkultur und einer spürbaren Musizierfreude, die ansteckte. Ein rundum positives, erinnerungswürdiges Konzert, das Lust auf mehr von dieser herausragenden jungen Streich- und Kammermusikformation macht.