Eine vorzügliche, spritzig-unterhaltsame Erlebnisreise: Das Duo Hofmeir/Schmelz verzauberte die 39. Wurzer Sommerkonzerte 2026 am Sonntagnachmittag mit einem Programm, das Musik, Wortwitz und eine liebevolle Reverenz an die Instrumentenwelt zu einer pointierten Bühnenkunst verschmolz.
Andreas Martin Hofmeir – Tuba und Gedichte auf Starkdeutsch – und Barbara Schmelz am Klavier lieferten eine Vorstellung, die zugleich scharfzüngig, muskulös und hoch poetisch war. Hofmeirs Humor, getragen von einer blitzsauberen Instrumentaltechnik, verband sich meisterhaft mit Schmelzs beredten, sensiblem Klavierspiel, das jeden lyrischen Moment perfekt akzentuierte. Die beiden Musiker schufen eine Stimmung, die treffsicher, schelmisch und doch zutiefst musikalisch war.
Das Programm „Konzertante Aneignung – eine musikalische Frechheit“ entpuppte sich als wunderbare Mischung aus stilbildenden Meisterwerken, die Hofmeir frech geklaut und mit seinem unverwechselbaren Schmähgedicht-Kern versehen hatte. Die satirisch-brillanten Gedichte aus der „Hundsgemeinen Instrumentenkunde“ trafen den richtigen Ton: pointiert, humorvoll und dennoch liebevoll gegenüber den Originalen. Die so entstandene Mischung aus Komik, Klavier- und Tuba-Gesang war nie platt, sondern kunstvoll dialektisch: eine Musiktheater-Performance im besten Sinne.
Besonders auffällig war die feine Balance zwischen ironischem Zynismus und versöhnlicher Wärme: Die „Aneignungen“ wirkten nie als Gag; sie trugen vielmehr eine kluge Reflexion über Instrumentengeschichte, Klangkultur und die Möglichkeiten der kammermusikalischen Interaktion in sich. Hofmeirs Tubenklang, tief, voll und oft geradezu zärtlich, schälte gemeinsam mit Schmelz’ glänzender Begleitung das Ohr frei und lud zu einer klanglichen Entdeckungsreise ein. Die Übergänge waren so geschmeidig wie scharf gezeichnet, die Dynamik-Progressionen so spielerisch wie elegant.
Das Publikum des ausverkauften Konzertes belohnte dieses kreative Unterfangen mit begeistertem Applaus. Die Zuhörer wurden Zeugen einer besonderen Verschmelzung aus Kabarett, Musiktheater und Tubasoli, die Lust auf mehr von dieser rundum originellen Formation macht.
Insgesamt war der Nachmittag ein inspirierendes Highlight der Saison: eine mutige, vitale und äußerst stilvolle Demonstration, wie Musik und Wortwitz gemeinsam neue Perspektiven auf klassische und moderne Klangwelten eröffnen können. Große Anerkennung an Andreas Martin Hofmeir und Barbara Schmelz – viele weitere, frech-kreative Konzertmomente dieser Art sind willkommen!