Das traditionsreiche Holzkreuz am Schlossberg in Wernberg-Köblitz bleibt als bedeutendes Zeichen der Heimatverbundenheit und des Glaubens erhalten. Am 1. Juni 2026 wurde das Kreuz nach umfassender Restaurierung feierlich gesegnet und damit als Kulturgut bewahrt.
Ursprünglich stand das Kreuz ganz in der Nähe seines heutigen Platzes, wurde jedoch bereits vor rund 30 Jahren im Zuge der damaligen Burgsanierung an den Parkplatz vor der ersten Brücke zur Burg Wernberg zwischen zwei großen Linden versetzt. Dort ist es für viele Einheimische und Besucher ein vertrauter Anblick und prägt das Bild des Schlossbergs.
Als der schlechte Zustand des Kreuzes offensichtlich wurde, ergriff OWV-Mitglied Erwin Hartinger die Initiative zur Rettung und Restaurierung. 2024 wurde er von OWV-Wegewart Albert Wildenauer auf den Zustand des Kreuzes angesprochen. Hartinger koordinierte daraufhin die umfangreichen Sanierungsarbeiten. Die Christusfigur und die stehende Marienfigur aus Gusseisen wurden einschließlich der INRI-Tafel vom Künstler Reinhold Hauer fachmännisch restauriert und zeigen nun die vollständige traditionelle Darstellung der Kreuzigungsszene. Die stark angefaulten Holzbalken des Kreuzes mussten nach Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit dem gemeindlichen Bauhof komplett erneuert werden. Für das Schutzdach kam witterungsbeständige Eiche zum Einsatz, während der Kreuzbalken aus langlebiger Lärche gefertigt wurde.
Die Finanzierung des Projekts erfolgte durch großzügige Spenden von Vereinen, Gönnern, der Nachbarschaft sowie dem OWV selbst. Einige örtliche Firmen unterstützten die Sanierung unentgeltlich und trugen so maßgeblich zum Erhalt dieses besonderen Glaubenssymbols bei. Die Zusammenarbeit und Unterstützung aus der Bevölkerung und der Wirtschaft unterstreichen den Gemeinschaftssinn, der das Projekt getragen hat.
Im Rahmen der feierlichen Zeremonie segnete Pfarrer Markus Ertl das restaurierte Kreuz. Er betonte, wie Brauchtum, Tradition und der Erhalt bestehender Güter hier miteinander verbunden wurden. Das Schlossbergkreuz hatte einen sehr hohen Stellenwert und war früher Teil der Fronleichnamsprozession. Die Verbindung von Glauben und Heimatgeschichte wurde durch die Segnung erneut sichtbar gemacht.
Dritter Bürgermeister Dieter Rosenberg überbrachte die Grußworte der Marktgemeinde und würdigte das ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten. „Das Kreuz am Schlossberg ist ein Stück Heimatgeschichte und ein Zeichen des Zusammenhalts in unserer Gemeinde”, betonte Rosenberg. Rosenberg sieht das Kreuz an einem sehr geschichtsträchtigen Ort, direkt vor der historischen Burg. Wörtlich sagte er: „In der heute schnelllebigen Zeit, in der man mit Nachrichten überhäuft wird, übersehen wir oft, was um uns ist. Der OWV entdeckt nicht nur derartige Kulturgüter, sondern erhält sie und bringt ihnen das Leben zurück.” Leider konnte Rosenberg das genaue Alter des Kreuzes nicht exakt recherchieren; bei Nachfrage bei einem älteren Mitbürger erhielt er die oberpfälzer Zeitangabe „des steht scho mei Lebdoch dou”, was auf ein hohes Alter des Kreuzes schließen lässt. Rosenberg wünscht sich, dass weiterhin Materln und ähnliche historische Güter auf diese Art erhalten werden können und freute sich über die große Teilnahme aus der Bevölkerung zu dieser Segnung.
Erwin Hartinger ging zum Abschluss detailliert auf die einzelnen Restaurierungsschritte ein und erläuterte, dass es sich bei den Figuren um Vollgussfiguren mit entsprechend hohem Eigengewicht handelt. Die Sanierung erforderte daher besondere Sorgfalt und handwerkliches Geschick. Das Kreuz wurde für die Sanierung komplett abgebaut und im Bauhof generalsaniert, bevor es wieder an seinem angestammten Platz aufgestellt wurde.
Abschließend bedankte sich auch OWV-Vorsitzender Robert Graf bei allen Beteiligten für das gelungene Gemeinschaftswerk. Das Kreuz, das in den vergangenen Jahren zunehmend unter Witterungseinflüssen gelitten hatte, ist dank der Verwendung hochwertiger Materialien nun bestens für die Zukunft gerüstet und bleibt als Ort der Besinnung und des Innehaltens für Einheimische und Besucher erhalten.
Mit der Segnung wurde nicht nur ein Stück Kulturgut bewahrt, sondern auch ein Zeichen für gelebte Gemeinschaft und Tradition gesetzt. Die große Beteiligung und Unterstützung aus der Bevölkerung zeigen, wie wichtig solche Orte für das Zusammenleben und die Identität der Gemeinde sind.