Am Samstag, den 4. Juli 2026, stand an der Grundschule Mantel wieder ein besonderer Schulaktionstag mit der Freiwilligen Feuerwehr Mantel, dem HvO Haidenaabtal und dem BRK auf dem Stundenplan. Über 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 aus insgesamt fünf Klassen erlebten einen abwechslungsreichen und lehrreichen Vormittag rund um die Themen Brandschutz, Erste Hilfe und das richtige Verhalten in Notfällen. Ziel des Aktionstages war es, den Kindern wichtige Kenntnisse für den Ernstfall zu vermitteln und ihnen gleichzeitig die vielfältigen Aufgaben der Hilfsorganisationen näherzubringen.
Die Klassen durchliefen verschiedene Stationen. Für die ersten und zweiten Klassen standen die Themen Notruf, das Mittlere Löschfahrzeug (MLF) mit seiner Ausrüstung, die persönliche Schutzausrüstung einer Feuerwehrfrau beziehungsweise eines Feuerwehrmannes mit Atemschutz, Erste Hilfe sowie die Station „Experimente – Umgang mit Feuer” auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen beschäftigten sich mit den Themen Notruf, dem Gerätewagen Logistik 1 (GW-L1) und seiner Beladung, der Handhabung eines Feuerlöschers, Erste Hilfe sowie ebenfalls der Station „Experimente – Umgang mit Feuer”.
Ein besonderes Erlebnis war für die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen die praktische Ausbildung am Feuerlöscher. Nach einer Einweisung in Aufbau und Funktionsweise durften die Kinder unter Anleitung der Feuerwehr einen kleinen Übungsbrand selbst löschen und den sicheren Umgang mit einem Feuerlöscher ausprobieren.
Im Notrufklassenzimmer vermittelten die Brandschutzerzieher altersgerecht die Bedeutung der fünf W-Fragen, das richtige Verhalten beim Absetzen eines Notrufs sowie die Wichtigkeit von Orientierungspunkten für die Einsatzkräfte. Besonders hervorgehoben wurde dabei, dass ein Notruf erst beendet werden darf, wenn die Integrierte Leitstelle das Gespräch freigibt. Zur Veranschaulichung kam außerdem das Rauchhaus des Fachbereichs Brandschutzerziehung des Kreisfeuerwehrverbandes Neustadt an der Waldnaab zum Einsatz.
Ein weiteres Highlight war die Station „Experimente – Umgang mit Feuer”. Mithilfe kurzer Lernvideos erfuhren die Kinder, welche Voraussetzungen Feuer zum Brennen benötigt und wie sich Feuer verhält. Anschließend konnten sie verschiedene kleine Experimente selbst durchführen. So wurde unter anderem mit einem Teelicht und einem darüber gestülpten Glas anschaulich demonstriert, weshalb eine Flamme erlischt, wenn ihr der Sauerstoff entzogen wird. Die Kombination aus verständlichen Erklärungen und eigenem Ausprobieren sorgte dabei für zahlreiche Aha-Momente.
Auf dem Schulhof konnten die ausgestellten Feuerwehrfahrzeuge aus nächster Nähe besichtigt werden. Zahlreiche Fragen zur Beladung und den technischen Geräten beantworteten Mitglieder der Feuerwehr den wissbegierigen Kindern.
Für die ersten und zweiten Klassen stand außerdem die persönliche Schutzausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers im Mittelpunkt. Den Kindern wurde erklärt, dass niemand Angst vor einer Feuerwehrfrau oder einem Feuerwehrmann mit Atemschutzmaske haben muss, auch wenn die Ausrüstung ungewohnt aussieht und durch das Atemschutzgerät besondere Geräusche entstehen.
In der Turnhalle sowie am Hintereingang der Schule betreuten der HvO Haidenaabtal und das BRK ihre Stationen. Die Schülerinnen und Schüler lernten unter anderem die stabile Seitenlage sowie das richtige Verhalten bei einem Unfall kennen. Zusätzlich stellte der BRK-Kreisverband Weiden/Neustadt einen Rettungswagen zur Verfügung, dessen Ausstattung ausführlich erklärt wurde.
Nach den Unterrichtsstunden versammelten sich Eltern, Angehörige und zahlreiche Gäste auf dem Sportplatz. Dort erläuterte 1. Kommandant Timo Krauß zunächst eindrucksvoll die Gefahren eines Fettbrandes und zeigte, weshalb ein solcher Brand niemals mit Wasser gelöscht werden darf. Gleichzeitig erklärte er geeignete Löschmethoden, etwa das Ersticken des Feuers mit einem Deckel oder einer Löschdecke.
Anschließend folgten zwei Einsatzübungen, die von 1. Kommandant Timo Krauß moderiert wurden. Schritt für Schritt erläuterte er den Zuschauerinnen und Zuschauern die einzelnen Maßnahmen, erklärte die Hintergründe der getroffenen Entscheidungen und machte deutlich, worauf die Einsatzkräfte in den jeweiligen Einsatzlagen besonders achten müssen.
Die erste Übung wurde von der Jugendfeuerwehr gestaltet und stellte einen Löscheinsatz auf einem Freigelände dar. Nach der Erkundung durch den Gruppenführer wurde die Wasserversorgung durch ein zweites Feuerwehrfahrzeug sichergestellt. Anschließend bauten die Jugendlichen den Löschangriff mit zwei C-Rohren und einem Schaumrohr vollständig eigenständig auf. Bereits nach kurzer Zeit konnte der Gruppenführer „Feuer aus” melden. Die Übung zeigte eindrucksvoll, mit welchem Verantwortungsbewusstsein und Ausbildungsstand die Mitglieder der Jugendfeuerwehr bereits arbeiten.
Die zweite Übung stellte einen Gefahrguteinsatz dar. Ein Passant hatte einen Eimer mit einer giftgrünen Flüssigkeit entdeckt und den Notruf verständigt. Auf dem Behälter befanden sich die Gefahrensymbole für „giftig”, „ätzend” und „umweltgefährdend”. Zudem war bereits Flüssigkeit ausgetreten.
Der zuerst eintreffende HvO Haidenaabtal betreute den Melder und übergab ihn anschließend an das BRK-Weiden. Nach der ersten Lageerkundung forderte der Gruppenführer den CBRN-Erkunder nach und ließ den Gefahrenbereich weiträumig absperren. Parallel dazu wurde ein Dekontaminationsplatz eingerichtet.
Die speziell ausgebildeten Einsatzkräfte gingen unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) vor, führten erste Messungen durch und entnahmen Proben des unbekannten Stoffes. Diese würden im Realfall zur weiteren Untersuchung an ein Fachlabor übergeben, da eine eindeutige Identifizierung häufig erst dort möglich ist. Solche Einsätze können sich deshalb – je nach Lage – über mehrere Stunden hinziehen. Während des gesamten Einsatzes informierten regelmäßige Lautsprecherdurchsagen die Bevölkerung über das richtige Verhalten und forderten dazu auf, den Gefahrenbereich zu meiden.
Nach Abschluss der Untersuchungen konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Bei dem vermeintlichen Gefahrstoff handelte es sich lediglich um ein Gemisch aus Wasser, Speisestärke und grüner Lebensmittelfarbe. Die Einsatzübung verdeutlichte dennoch eindrucksvoll, wie strukturiert und professionell Feuerwehren bei Einsätzen mit unbekannten Stoffen vorgehen und welche umfangreiche Spezialausbildung hierfür erforderlich ist.
Beide Einsatzübungen machten deutlich, dass die Aufgaben einer Feuerwehr heute weit über die Brandbekämpfung hinausgehen. Technische Hilfeleistungen, Gefahrguteinsätze und zahlreiche weitere Einsatzszenarien gehören längst zum Alltag und erfordern neben moderner Ausrüstung vor allem eine regelmäßige Aus- und Fortbildung. Dass sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte dieses umfangreiche Wissen neben Beruf, Familie und Freizeit aneignen und kontinuierlich vertiefen, verdient besondere Anerkennung.
Im Anschluss klang der Schulaktionstag bei einem gemeinsamen Mittagessen und kühlen Getränken aus, die der Elternbeirat organisiert hatte.
Ein herzlicher Dank galt allen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Engagement zum Gelingen des Schulaktionstages beigetragen hatten. Ein besonderer Dank richtete sich an Uli Kraus, der die zusätzliche Station „Experimente – Umgang mit Feuer” übernahm. Mit viel Fachwissen und Begeisterung gelang es ihm, den Kindern die Grundlagen des Feuers auf anschauliche und spannende Weise näherzubringen.
Ein weiterer Dank galt der Jugendfeuerwehr für ihre tatkräftige Unterstützung, dem HvO Haidenaabtal für die Durchführung einer eigenen Station sowie dem BRK-Kreisverband Weiden/Neustadt für die Bereitstellung des Rettungswagens.
Für 1. Kommandant Timo Krauß zeigte der Schulaktionstag einmal mehr, wie wichtig eine frühzeitige Brandschutz- und Sicherheitserziehung ist: „Kinder, die schon früh lernen, richtig mit Notfällen umzugehen und die Arbeit der Feuerwehren und Hilfsorganisationen kennenlernen, verlieren Berührungsängste und entwickeln Verständnis für das Ehrenamt. Vielleicht entscheidet sich der eine oder die andere später sogar selbst, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.”