Wie arbeitet der Bayerische Landtag? Was macht ein Abgeordneter den ganzen Tag? Muss man Politik studiert haben, um Politiker zu werden? Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt eines Besuchs des Landtagsabgeordneten Martin Scharf in der Klasse 8e der Naabtal-Realschule Nabburg.
Zu Beginn stellte sich Scharf den Schülerinnen und Schülern persönlich vor. Neben seinem politischen Werdegang erfuhren die Jugendlichen auch einige private Seiten des Abgeordneten: Seine Leidenschaft für Tennis und Bergtouren, seine Begeisterung für Metal-Musik und Festivalbesuche sorgten ebenso für Interesse wie seine Arbeit im Bayerischen Landtag. Besonders ging Scharf auf seine Tätigkeit im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Beziehungen ein und erläuterte, warum internationale Zusammenarbeit heute wichtiger denn je ist. Als Mitglied des Europaausschusses freute sich Scharf besonders über das langjährige Engagement der Naabtal-Realschule im Austausch mit ihrer tschechischen Partnerschule in Horšovský Týn. Die Schule pflegt seit vielen Jahren enge grenzüberschreitende Kontakte mit gemeinsamen Projekten, Schüleraustauschen und Begegnungen und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis in der Grenzregion. Auch das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der tschechischen Sprache wertete Scharf als wichtiges Signal für ein gelebtes Europa.
Den größten Teil des Besuchs nahm jedoch die offene Fragerunde ein. Dabei zeigten sich die Schülerinnen und Schüler bestens vorbereitet und politisch interessiert. Gemeinsam wurde über den Aufbau des Bayerischen Landtags, die Gewaltenteilung und die Bedeutung demokratischer Institutionen gesprochen. Dabei kam die Sprache auf Beispiele aus der aktuellen Tagespolitik – auch auf Regionen, in denen die Demokratie unter Druck steht und sich behaupten muss. Martin Scharf betonte, wie wichtig es sei, Demokratie jeden Tag mit Leben zu füllen und ihre Werte zu verteidigen. Der Blick in die deutsche Geschichte zeige, wie wertvoll Freiheit und Rechtsstaatlichkeit seien, und dass Extremismus entschlossen entgegengetreten werden müsse.
Ebenso vielfältig wie die politischen Themen waren die persönlichen Fragen. Die Schülerinnen und Schüler wollten unter anderem wissen, ob Scharf Herrn Ministerpräsident Dr. Markus Söder kenne, wie er zu den Freien Wählern gekommen sei, was man lernen müsse, um Politiker zu werden, wie viel ein Abgeordneter verdiene oder ob er einen Pool besitze. Scharf berichtete von seinem Weg über die Kommunalpolitik in Stadtrat und Kreistag in den Bayerischen Landtag und machte deutlich, dass Lebenserfahrung, die Bereitschaft zuzuhören und der Wille, Menschen zu helfen, wichtiger seien als ein bestimmter Ausbildungsweg.
Zum Abschluss richtete Scharf einen Appell an die Jugendlichen: „Engagiert euch, interessiert euch für eure Mitmenschen und behandelt niemanden aufgrund seiner Herkunft schlechter. Seid hilfsbereit und menschlich. Unsere Gesellschaft lebt davon, dass jeder Verantwortung übernimmt.” Der Abgeordnete zeigte sich beeindruckt von den offenen, direkten und zugleich durchdachten Fragen der Schülerinnen und Schüler. „Solche Gespräche machen deutlich, dass das Interesse junger Menschen an Politik größer ist, als es oft dargestellt ist. Demokratie lebt vom Mitmachen – und genau damit kann man nicht früh genug beginnen.”