Ein ungewöhnlicher Besuch erwartete die Schülerinnen der siebten Klassen an der Naabtal-Realschule: Die amtierende Miss Oberpfalz Tina Goldhacker war im Rahmen einer Informationsveranstaltung zur Girls’ Day Akademie zu Gast.
Die Regenstauferin, die den Titel „Miss Oberpfalz“ für das Jahr 2026 erworben hat, arbeitet als Elektrotechnikerin in der Automobilbranche und ist selbst eine „MINT“-Frau durch und durch.
Ziel ihres Besuchs war es, junge Frauen für Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern und gleichzeitig traditionelle Rollenbilder kritisch zu hinterfragen.
Goldhacker bringt dabei nicht nur Erfahrungen aus ihrer Tätigkeit als Repräsentantin der Region mit, sondern arbeitet selbst in einem technischen Beruf im Bereich Elektrotechnik. Damit verkörpert sie eine Kombination, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag, gerade deshalb jedoch zum Nachdenken anregt.
Um das Thema bewusst aufzugreifen, erschien sie in der Kleidung, die sie bei der Wahl zur Miss Oberpfalz getragen hatte. Gemeinsam mit den Schülerinnen diskutierte sie darüber, welche Erwartungen die Gesellschaft häufig an das äußere Erscheinungsbild von Frauen stellt und inwiefern Kleidung Einfluss auf die Wahrnehmung einer Person haben kann. Dabei wurde deutlich, dass Kompetenz, Fachwissen und berufliche Fähigkeiten unabhängig vom Outfit oder von äußeren Zuschreibungen sind.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Botschaft, dass technische Berufe vielfältige Chancen bieten und Frauen dort ebenso erfolgreich tätig sein können wie Männer. Die Referentin berichtete aus ihrem Berufsalltag in der Elektrotechnik und schilderte, welche Aufgaben sie übernimmt und welche Möglichkeiten ihr dieser Beruf eröffnet hat. Gleichzeitig ermutigte sie die Schülerinnen, sich bei der Berufswahl nicht von überholten Rollenbildern oder gesellschaftlichen Erwartungen einschränken zu lassen.
Die Veranstaltung war Teil der Girls’ Day Akademie, die Mädchen frühzeitig an technische und naturwissenschaftliche Berufsfelder heranführen möchte. Durch persönliche Begegnungen mit Frauen, die bereits erfolgreich in MINT-Berufen arbeiten, sollen Hemmschwellen abgebaut und neue Perspektiven eröffnet werden.
Mit ihrem authentischen Auftreten und der Verbindung von technischem Beruf und öffentlicher Repräsentationsrolle vermittelte die Miss Oberpfalz den Schülerinnen eine zentrale Botschaft: Interessen, Talente und berufliche Ziele sollten nicht von Klischees bestimmt werden. Vielmehr komme es darauf an, den eigenen Weg selbstbewusst zu gehen – unabhängig davon, ob dieser in ein Labor, eine Werkstatt oder auf eine Bühne führt.
Die Girls’ Day Akademie bietet Schülerinnen der 7. bis 10. Klassen an Realschulen und Gymnasien praxisorientierte, vertiefte Berufsorientierung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Das in Bayern seit mehr als zehn Jahren bestehende Projekt wurde im Schuljahr 2025/2026 an 17 Schulen angeboten. Projektinitiatoren und Finanzierer sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm. Förderer sind die Agentur für Arbeit Schwandorf und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Das Projekt findet zusätzlich zum regulären Unterricht statt und soll bei Schülerinnen die Technikbegeisterung früh wecken. Ziel ist es, das Berufswahlspektrum der Mädchen im MINT-Bereich zu erweitern. Die Girls’ Day Akademie wird in enger Kooperation der Schulen mit Unternehmen, weiterführenden Schulen, Hochschulen und weiteren externen Partnern vor Ort durchgeführt.