„Ein richtig gepflegter Obstbaum ist nicht nur Lieferant schmackhafter Früchte, sondern leistet zudem aus dem Blickwinkel der Ökologie einen großen Beitrag, weil er neben dem Nahrungsangebot auch Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten, Vögel oder Kleinsäuger bietet.“ So steht es im Merkblatt „Pflege alter Obstbäume“ des Landesverbandes für Gartenbau. Zur richtigen Pflege gehört auch das regelmäßige Schneiden der Bäume. Der Gartenbauverein Neunburg hat deshalb zu einem Baumschneidekurs in den Spitalgarten eingeladen.
Vorsitzender Harald Klatzka begrüßte die Teilnehmer und freute sich, dass mit Torsten Hergenröther und Bernhard Dommer zwei Profis den 14 Teilnehmern ihr Wissen vermitteln werden. Mitglieder des Gartenbauvereins können sich viele der zum Schneiden notwendigen Werkzeuge und Hilfsmittel ausleihen.
Bevor man sich an die holzigen Versuchsobjekte heranmachte, gab Torsten Hergenröther ein paar Informationen zu den verschiedenen Werkzeugen. Insbesondere Sägen und Scheren, zum Teil mit unterschiedlich langen Teleskopstielen sowie Leitern sind für das Schneiden der Obstbäume unabdingbar. Sehr wichtig ist hier auch die Desinfektion der Arbeitsmittel, um eine eventuelle Krankheitsübertragung zu verhindern. Die Teilnehmer konnten diese gleich bei ihren mitgebrachten Scheren vornehmen.
Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es dann gleich in die Praxis. Die Bäume im Spitalgarten wurden schon länger nicht mehr zurückgeschnitten, hier fanden die Teilnehmer also optimale Lehrobjekte vor. Wichtig sei es, den Baum auszulichten, das Zurückschneiden der Leittriebe, die Entfernung abgestorbener und kranker Äste, aller nach oben und innen wachsender sowie sich berührende oder kreuzende Triebe ist dabei notwendig. Durch das Auslichten kann auch Regen an die Wurzeln in Stammnähe gelangen. Der richtige Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt sind frostfreie Tage im Frühjahr.
Nach diesen Maßnahmen sollte der Baum in der nächsten Saison wieder gesunde und große Früchte tragen.