Starker Auftritt auf internationaler Bühne: Leopold Sigl vom TV Burglengenfeld hat bei den Mountainbike-Europameisterschaften in der Schweiz eindrucksvoll bewiesen, dass er zur europäischen Juniorenspitze zählt. Trotz eines Defekts an der Schaltung fuhr der 17-Jährige im Cross-Country-Rennen auf Rang 13 und belegte im Short-Track-Wettbewerb Platz 14. Als zweitbester deutscher Junior sicherte er sich damit auch das Ticket für die Weltmeisterschaft in Italien.
Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften war Sigl für die Cross-Country-Europameisterschaft im schweizerischen Monteceneri nominiert worden. Diese Chance nutzte der Gymnasiast mit Bravour: Gegen starke internationale Konkurrenz bestätigte er seine Nominierung und zeigte vor allem im anspruchsvollen Cross-Country-Rennen eine kämpferisch wie sportlich überzeugende Leistung.
Dabei verlief die Saison für Leopold Sigl keineswegs ohne Rückschläge. Im Frühjahr hatte er krankheitsbedingt pausieren müssen, doch rechtzeitig zu den Europameisterschaften fand er wieder zu seiner Form. Mit dem Nachwuchskader des Nationalteams reiste er ins schweizerische Monte Tamaro, wo in mehreren Einzeldisziplinen um Medaillen und Platzierungen gekämpft wurde.
Bestens vorbereitet durch seinen Bruder und Trainer Ludwig wartete auf Sigl eine technisch äußerst anspruchsvolle Strecke: lange Anstiege, verblockte Uphill-Passagen und felsige Downhills verlangten den Fahrern alles ab.
Den Auftakt der Rennwoche bildete das Short-Track-Rennen. Auf einer 840 Meter langen Runde mussten die Junioren acht Runden absolvieren. Nach dem Qualifying ging Sigl mit Startnummer 19 ins Rennen und behauptete sich in dem schnellen, sprintintensiven Format gegen 44 Konkurrenten. Nach 15:44 Minuten erreichte er Rang 14 – ein bemerkenswertes Ergebnis, zumal es sein erstes Short-Track-Rennen auf diesem Niveau war.
Der Höhepunkt der Wettkampfwoche folgte im olympischen Cross-Country-Rennen. Mehr als 80 Starter aus der europäischen Juniorenspitze gingen auf den 3,9 Kilometer langen Rundkurs mit 68 Höhenmetern pro Runde. Sigl startete mit der Nummer 33 und musste sich gleich auf den ersten Metern in einem engen Feld mit viel Körpereinsatz behaupten. Der Start verlief nicht optimal, doch der Burglengenfelder blieb ruhig, kämpfte sich Position um Position nach vorne und lag in der fünften Runde bereits auf Platz 13. Der Blick ging weiter nach vorne – bis ihn in der vorletzten Runde ein technischer Defekt ausbremste: Die Steckachse am Hinterrad lockerte sich, die Schaltung funktionierte nicht mehr zuverlässig, weitere Attacken waren kaum noch möglich. Dennoch brachte Sigl das starke Ergebnis ins Ziel und überquerte nach 1:12:03 Stunden als zweitbester Deutscher auf Rang 13 die Ziellinie. „Es war mehr drin, ich hatte gute Beine und dann geht die Schaltung nicht mehr. Trotzdem bin ich total zufrieden, dass ich mich auf europäischer Bühne gut platzieren konnte“, sagte Sigl nach dem Rennen.
Für den jungen Fahrer des TV Burglengenfeld geht es nun direkt weiter auf die nächste große internationale Bühne: Bei der Weltmeisterschaft im italienischen Val di Sole darf Leopold Sigl erneut im Nationaltrikot an den Start gehen.