Die Tagesreise unter dem Moto „Auf den Spuren von Silber und Uran“ führte die 52-Köpfige Reisegruppe des Rentner und Pensionisten Vereines Kirchenthumbach über das Vogtland nach Sachsen in das westliche Erzgebirge wo man bereits unterwegs einiges interessantes zu Land, Leute und Geschichte erfuhr. Reiseleiter Franz Müller, der den Verein erneut begleitete inszenierte bei Plauen einen „historischer Grenzübertritt“ und bei Stollberg, erinnerte er an die dunklen Zeiten der Vergangenheit. Hier insbesondere an das „Vergitterte Schloss”, Burg Hoheneck, dem größten Frauengefängnis der DDR mit einer interessanten, aber leider traurigen Geschichte.
Über Aue und Annaberg-Bucholz ging es nach Cranzahl, von wo aus man mit der historischen Fichtelgebirgsbahn unter Voll-Dampf nach Oberwiesenthal reiste, einen Ort der wie viele andere in dieser Region im Zeitalter des „Berggeschrey“ im 16. Jh. entstand und heute eine beliebte Winter-Sport- und Wander-Metropole ist.
Dort gönnte man sich eine ausgiebige Bus-Brotzeit bevor eine Besichtigung des Kurortes und der vielfältigen Sportanlagen erfolgte. Am malerischen Marktplatz wurde „zufällig“ ein historischer Fahrplan von 1720 entdeckt, der erstaunlich gut erhalten ist. Die Kursächsischen Postsäulen sind wirklich beeindruckend und geben die Entfernung bis zur Achtelstunde genau an.
Vorbei am höchsten Berg des Erzgebirges, den Keilberg/Klínovec fuhr man auf den Fichtelberg, genoss die schöne Aussicht, Kaffe und Kuchen und anschließend ging es in die südliche Region des Erzgebirges, nach Tschechien wo die Teilnehmer in Joachimsthal/Jáchymov einiges zur Silbergewinnung und den legendären Joachimsthaler, den Namensgeber des Dollars erfuhren. In der Neuzeit, als Marie Sklodowska-Curie in der abgetragenen Pechblende das Uran entdeckte entstand hier 1906 das erste Radon-Bad der Welt.
In der Nachkriegszeit wurde in der sogenannten „Joachimsthaler Hölle“ in über 100 Stollen unter unmenschlichen Bedingungen Urangestein für die Sowjetunion gefördert und tausende, meist politische Gefangene, kamen dabei ums Leben.
Der Besuch eines Museums der lateinischen Schule mit 353 Werken, 227 Bändern aus dem 16. Jh. und 5 Handschriften teilweise aus dem 12. Jh. überraschte hier ebenfalls.
In Boží Dar/Gottesgab, der höchstgelegenen Stadt Böhmens genoss die Gruppe noch ein böhmisches 2-Gang Abendessen in einem historischen Gasthaus, in dem einst bereits Martin Luther zu Gast war.
Mit vielen Erinnerungen und dem Dank des stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Holl an die Teilnehmer sowie Helfer, den Reiseleiter und die „Steuerfrau“ kehrten die Reisenden froh gelaunt und von der Vielfalt der Region beeindruckt zurück.