Unter sachkundiger Führung von Günther Grabs machten sich ein Dutzend Erwachsene und eine Handvoll Kinder bei strahlendem Sonnenschein auf, um im Wald in der Nähe des Wanderheims in Trauschendorf Pilze zu suchen. Kein Schwammerlliebhaber wird aber den genauen Fundort preisgeben.
Das Sammelergebnis wurde durch den Pilzsachverständigen Stefan Hartwig, der Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ist, ausgewertet. In zwei Stunden hat die Gruppe Exemplare von 66 Arten gefunden, davon waren 33 Arten essbar, die anderen 33 ungenießbar bis giftig.
Um die guten Pilze von ihren Doppelgängern abgrenzen zu können, riet Hartwig, schon im Wald zu riechen und zu schmecken. Zwar nicht mit allen fünf, aber mit vier Sinnen kann man essbare und giftige Pilze unterscheiden.
Gefunden wurde der Hexenröhrling Hexen-Röhrling (Neoboletus erythropus), mit rotem Stiel, gelbem Fleisch, das dunkelblau wird und für Kenner besser als der verwandte Steinpilz gilt. Der Weiße Polsterpilz (Ptychogaster fuliginoides) ist nicht zum Essen, nur zum Streicheln. Der violette Rötelritterling (Collybia nuda) hat lila Fleisch, riecht nach Multivitaminsaft und gilt als Heilpilz, richtig verarbeitet wirkt er blutdrucksenkend. Der zitronenblättrige Täubling (Russula sardonia), auch Tränentäubling und Säufernase genannt, mit seinem purpurvioletten Hut und lebhaft zitronengelben Lamellen wird beim Kauen scharf, deshalb sollte man ihn besser ausspucken.
Auch psychedelisch und halluzinogene Pilze konnten bestimmt werden.
Der Vorsitzende der Naturfreunde, Herbert Schmid, bezeichnete bei seiner Verabschiedung den Pilzkunde-Lehrgang als Beitrag zu einem besseren Verständnis der regionalen Flora.