Die Innenräume des Leichenhauses am Kastler Friedhof sind renoviert worden. Das in die Jahre gekommene Interieur wurde durch einen neuen Anstrich und eine schlichte, zeitgemäße Einrichtung aufgewertet. Einen besonderen Akzent setzt nun der Aufbahrungsraum: Dort hat ein alter Christuskorpus einen würdigen Platz gefunden. Die Figur hing vermutlich rund 200 Jahre lang an der Außenfassade über dem Haupteingang der Kastler Pfarrkirche, bevor sie vor einigen Jahren durch einen neuen Korpus ersetzt und seither im Pfarrhaus aufbewahrt wurde. Kirchenpfleger Michael Braunreuther regte an, dieses Kleinod im Leichenhaus zu installieren. Der überregional bekannte Künstler Erwin Otte setzte die Christusfigur in Szene, indem er hinter ihr gelbfarbenes, lichtdurchflutetes Glas anbrachte. So entsteht ein Bogen zwischen Tod und Auferstehung: Das alte, verwitterte Holz der Figur steht für die Vergänglichkeit, das warme Licht für Hoffnung und Trost. Durch die Art der Anbringung scheint die Christusfigur zu schweben. Sie vermittelt damit Leichtigkeit in schweren Stunden. Die ausgebreiteten Arme können als Zeichen verstanden werden, dass die Verstorbenen von Christus erwartet und freundlich aufgenommen werden. Die Darstellung ist damit für Gläubige wie auch für Nichtgläubige ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes.