Sieben Alpinisten des Alpenvereins Marktredwitz verbringen 5 traumhafte Tage in der Schweiz. Tourenführer Rainer Rahn hatte eine Durchquerung des Albulagebirges von Ost nach West geplant.
Bei der Anreise nach Zuoz wurde noch dem Bergsteigerdorf Guarda ein Besuch mit einer Kaffeepause abgestattet. Am nächsten Morgen folgte die Auffahrt zum Parkplatz am Flüelapass. Mit großen Rucksäcken ausgestattet waren alle gespannt auf die folgenden vier Bergtage. Von weitem sah man bereits das Gipfelziel und den höchsten Punkt der Tour, das Schwarzhorn. Der Aufstieg war nicht schwierig und bei einem Wegabzweig wurde mit einem Rucksackdepot der Weiterweg erleichtert. Nach einem exponierten Gratstück stieg die Gruppe bequem zum 3.146 Meter hohen Gipfel des Flüela Schwarzhorn auf und bei bestem Wetter konnten die umliegenden Gipfel bestaunt werden. Zurück am Depot folgte der Aufstieg zur Fuorcla Radönt. Der Abstieg war zwar markiert, von Wegen aber keine Spur. Große Felsblöcke, Platten und loses Gestein verlangten ein sehr sicheres Gehen im weglosen Gelände. Danach folgte man steil dem Abstieg zur ersten Hütte, der Chamanna Grialetsch.
Bei strahlend blauem Himmel am nächsten Morgen wurde in ein Hochtal abgestiegen, um anschließend den Aufstieg zum 2.605 Meter hohen Scalettapass in Angriff zu nehmen. Nach einer Rast am Pass ging es 400 Höhenmeter hinab zur Alp Funtauna, um anschließend wieder 440 Höhenmeter zur Keschhütte aufzusteigen. Hier waren wieder die Auswirkungen der Klimaerwärmung hautnah erlebbar, darf der Hausberg der Keschhütte, der Piz Kesch, wegen akutem Felssturz nicht mehr bestiegen werden. Tourenführer Rahn war erschüttert, hatte er doch vor 46 Jahren bei besten Schnee- und Gletscherverhältnissen den Piz Kesch bestiegen.
Am dritten Tourentag wurde etwas früher aufgebrochen, da der Wetterbericht Gewitter am Nachmittag gemeldet hatte, welche dann aber zum Glück nicht kamen. Wieder ging es zunächst weit hinab nach Chants, um dann den langen Aufstieg mit 900 Höhenmetern zur Fuorcla Pischa in Angriff zu nehmen. Nach einem langen Talboden folgte ein steiler Bergpfad die Hänge hinauf. Der obere Teil des Anstiegs führte über ein steiles Schotter- und Schuttgelände eines ehemaligen Gletschers hinauf zur Scharte. Alles ging glatt und alle erreichten bei bester Kondition den Übergang zur nächsten Hütte. Auf traumhaften, einsamen Bergwegen auf unterschiedlichem Terrain musste die Gruppe 300 Höhenmeter absteigen, um zur Chamanna Es-cha zu gelangen. Dort angekommen wurde der großartige Tourentag gefeiert.
Nach einer entspannten Nacht folgte auf angenehmen Wegen der Abstieg mit 840 Höhenmetern zurück nach Zuoz. Mit der Rhätischen Bahn und dem Schweizer Postbus folgte die Auffahrt zum Parkplatz am Flüelapass und mit einer Fahrt durch die Schweiz wurde die Heimfahrt angetreten.