Thomas Flach, Berater der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“, der regelmäßig für offene Sprechstunden in Marktredwitz zur Verfügung stand, verabschiedet sich in den Ruhestand. Bei einer kleinen Feierstunde im Integrationsbüro wurde sein großes Engagement gewürdigt und seine Nachfolgerin vorgestellt.
Fast ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit Thomas Flach seine Ausbildung zum Diakon der evangelischen Kirche in Bayern in der Krankenpflegehilfe (heute: Pflegefachhelfer) aufgenommen hat. Das Vorpraktikum war der Einstieg in die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rummelsberg. Das Anerkennungspraktikum absolvierte Flach im Auhof bei Hilpoltstein, einer Einrichtung für Menschen mit geistigen, seelischen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen. Nach dem Abschluss der Ausbildung führte sein Berufsweg ihn zunächst nach Postbauer-Heng auf den „Wurzhof“ und das „Haus Altmühltal“ (beides Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen) in Pappenheim in Mittelfranken.
Nach diesen Einsätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen wechselte Thomas Flach in die Pflege vorwiegend alter Menschen, arbeitete zunächst als Krankenpflegehelfer in einem Altenheim in Spalt und ab 1992 in der ambulanten Pflege bei der Diakoniestation Selb.
Um auch in der Pflege fachlich fundiert arbeiten zu können, begann Flach im Herbst 1997 die Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger an der Fachschule für Altenpflege des „bfz“ in Marktredwitz.
Während und nach der Ausbildung blieb er seiner Arbeitsstelle treu, bis ihn 2002 gesundheitliche Probleme zu einem Wechsel zwangen.
Bis 2004 absolvierte Flach dann eine zweijährige Weiterbildung zur Pflegedienstleitung nach den Vorgaben der DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft). Mit dem erworbenen Wissen baute er dann in Bad Lobenstein in Thüringen einen ambulanten Pflegedienst auf und bildete sich zum Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen bei der IHK Oberfranken weiter.
Mit dieser Qualifikation konnte Flach ab 2007 die Führung des Alten- und Pflegeheims „Bischof-Meiser-Haus“ übernehmen. Nach Abschluss dieser Aufgabe übernahm Flach die Heim- und Pflegedienstleitung der ambulant betreuten Hausgemeinschaften im Seniorenhaus in Helmbrechts.
Neben seinem Beruf engagierte Flach sich auch im BRK an seinem Wohnort, in der Wasserwacht, dem Technischem Dienst sowie bei Sanitätsdiensten im Rahmen von Veranstaltungen.
2020 schließlich kehrte Flach wieder zu seinen Wurzeln in der Behindertenhilfe zurück und wurde Teil des Beraterteams der EUTB Hochfranken. (EUTB = ergänzende unabhängige Teilhabeberatung nach § 32 SGB 9, siehe www.teilhabeberatung.de).
Im gleichen Jahr musste die EUTB für den Landkreis Wunsiedel nach einem neuen Standort suchen. Walied Youssef, Leiter des Integrationsbüros der Stadt Marktredwitz, schlug der EUTB Marktredwitz als Standort vor. Seitdem finden die Offenen Sprechstunden für den Landkreis Wunsiedel jeweils dienstags von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr im Integrationsbüro der Stadt Marktredwitz (Fabrikgasse 3) statt.
Im Herbst 2026 steht mit dem Renteneintritt von Thomas Flach nun ein Wechsel der Beratungsperson an. Ab September 2026 werden die Offenen Sprechstunden der EUTB von Tanja Baumgärtner, die seit Februar das Beraterteam der EUTB Hochfranken mit ihrer Expertise im Bereich Behinderten- bzw. Eingliederungshilfe bereichert, übernommen.
Die EUTB Hochfranken berät Menschen mit Beeinträchtigungen, deren Angehörige und Unterstützer zu allen Fragen rund um Beeinträchtigungen und Angebote, diese Nachteile möglichst auszugleichen. Die Organisation hat ihren Sitz unter dem Dach der Diakonie Hochfranken in Hof und ist unter den Telefonnummern 09281/837240 oder 09281/837241 sowie per Mail unter eutb@diakonie-hochfranken.de zu erreichen. Ratsuchende sind bei der Wahl einer EUTB-Beratungsstelle frei und müssen nicht aus dem Einzugsgebiet kommen oder sich an eine örtlich zuständige EUTB-Beratungsstelle wenden.
Die Beratung erfolgt unabhängig von Leistungserbringern und Kostenträgern. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der ratsuchenden Personen. Die EUTB kann und soll im vielschichtigen System der sozialen Sicherung in Deutschland Orientierung und Beratung geben. Allerdings stehen der EUTB keine Mittel zur direkten Abhilfe bei Unterstützungsbedarf, wie zum Beispiel Zugriff auf Pflegeplätze, Einfluss auf Bearbeitung und Genehmigung von Anträgen, zur Verfügung. Finanziert wird die Beratungstätigkeit der EUTB auf Basis der „EUTBV“ (Verordnung) durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung.