Warum brauchte die neue Orgel für die Kirche in Steinmühle 1944 einen „Nichtkriegswichtig-Bescheid“? Warum waren schmale Flurstücke früher bis zu 900 m lang? Und wie war das in Wirtshäusern in Pleußen und Steinmühle? Woher kommt überhaupt der Name Pleußen? Etliche solcher Fragen wurden anhand von Fotos und Archivrecherchen beantwortet.
Karl Haberkorn begrüßte für das Chronistenteam wieder zahlreiche Interessierte, unter ihnen den Mitterteicher Stadtarchivar Herbert Hackbarth und den Wiesauer Heimatforscher Adalbert Busl. Letzterer hatte sich mit Quellen und Urkunden zum Ortsnamen Pleußen und der Ortsgeschichte befasst. Das Dorf wurde Anfang des 13. Jh. von Gottfried von Falkenberg an das Kloster Waldsassen verkauft und gehörte lange zur Tirschenreuther Filialpfarrei Leonberg. Er zeichnete kurz die Ortsgeschichte nach und wartete anhand von gut recherchierten Flurkarten mit mancher Besonderheit auf. So seien die damals besonders langen und meist schmalen Felder von den Ochsengespannen schneller zu beackern gewesen, da nur wenige Wendemanöver nötig wurden. Weitere Themen waren die früheren Wirthäuser oder die Geschichte des Wasserleitungsbaus in der Gemeinde. Ferner gab es Blicke auf die Geschichte der Gommelbergkapelle und auf Klassenfotos aus sieben Jahrzehnten. Auf besonderes Interesse stieß Harald Seitz mit seiner neu aufgelegten Schriftenreihe. In bislang 12 ansprechend gestalteten Bändchen kann man Interessantes nachlesen zu Dorfgeschichte, Schule, Basaltwerk, Bahnhof oder zur Auflösung der Gemeinde im Jahr 1972.
Karl Haberkorn bedankte sich bei den Akteuren des Nachmittags, so bei Adalbert Busl, Lukas Bauer, Harald Seitz, Friedrich Wölfl und beim Kaffee- und Kuchenteam um Barbara Schaumberger. Neue Beiträge und Recherchen stünden an, ergänzte er, und wer in Familienalben oder Vereinsarchiven Material finde, möge es dem Team zur Verfügung stellen. Die Beiträge finden sich online unter www.mitterteich.de/heimat-geschichte/ortschronik-pleussen.