Tabea Pirner und Julian Müller spielten ein schwerhöriges Brautpaar, das den Standesbeamten Laurenz Brunner zur Weißglut trieb  (Bild: Heidi Kurz)

Heimatabend in Königstein: Mit Ossingermusikanten und Bauerntheater

„Um a Fünferl allerhand“. Unter diesem Motto fand ein Heimatabend im Gasthof zum Hirschen statt. Die Ossingermusikanten Hermann Bruhn auf der Zither, Peter Schertl mit Gitarre, Paul Pesold auf dem Akkordeon und Günter Seibold auf der Mundharmonika umrahmten den Abend musikalisch. Seibold erinnerte an die Jahrzehnte langen Stammtische in der Ossingerhütte mit eigenem Bürgermeister. Er bedauerte sehr, dass es diese nicht mehr gibt. Als Erinnerung sangen die Ossingermusikanten das selbst gedichtete Ossingerlied. Günter Seibold erzählte: „Früher gab es in Königstein drei Kirchweihen im Mai, im Juli und im Oktober“. Sogar an der Nachkirchweih am Montag arbeiteten die Männer nichts und gingen im Anzug auf die Kirchweih. Nach dem Krieg gab es viele Kirchweihstände entlang des Marktplatzes. Sogar ein Karussell erfreute die Kinder. Es musste allerdings mit Muskelkraft angetrieben werden. Die Kinder mussten aufs Dach klettern und anschieben. Dafür durften sie einmal umsonst fahren oder bekamen fünf Pfennige dafür. Den meisten wurde aber vom Drehen schlecht. Eine große Anziehungskraft hatte der billige Jakob. Bei ihm könnten die Leute Hosenträger, Schuhe und Pantoffel kaufen. Manchmal durften die Jungen auf den Stand aufpassen, wenn er wegmusste. Dafür erhielten sie 10 Pfennige, die sie sogleich in ein Stück Stadtwurst umsetzten, das sie beim Gasthof zur Post im Metzgerladen kauften. Die Jugendgruppe des Bauerntheaters Julian Müller und Tabea Pirner spielten das Stück „Das schwerhörige Brautpaar“, in dem sie den Standesbeamten (Laurenz Brunner) zur Weißglut trieben. Beim Einakter „Im Biergarten“ trafen sich Günter Seibold als Oberpfälzer und Karsten Kniebühler. Erstmals glänzte Karsten Kniebühler in seiner Gastrolle als Urlauber im breitesten sächsischen Dialekt. Es war klar, dass es zu Sprachschwierigkeiten kam. Zum Schluss verstanden sich die beiden dann aber doch. In der Szene „Das Telefongespräch“ wollte Hans-Jürgen Pirner ein Auto kaufen. Leider war die dreijährige Tochter (Tabea Pirner) am Telefon. Hans-Jürgen Pirner bemühte sich, die Eltern ans Telefon zu bekommen, gab aber nach einer Weile völlig entnervt auf. Eine Uraufführung war das Stück „Die Gsotsbergere und der falsche Doktor“. Überzeugend spielte Linda Hirsch eine 50-jährige Bäuerin, die zum ersten Mal – nicht sehr gerne, wie sie meinte – zum Frauenarzt ging. Leider kam es zu vielen Missverständnissen, weil der Doktor kein Frauenarzt, sondern der Zahnarzt (Christian Hirsch) war. Günter Seibold berichtete weiter über den Fremdenverkehr, der Mitte der 1960 Jahren in Königstein florierte und 25 000 Übernachtungen verzeichnete. „Auch ich musste mein Zimmer räumen, weil dort Urlauber untergebracht wurden. Erst im Herbst durfte ich es wieder beziehen“, so Seibold. Ebenfalls gehörte zu jeder gescheiten Kirchweih eine Rauferei, erklärte er. Alle Zuhörer genossen die Aufführungen und Erzählungen und waren sich einig, dass der Heimatabend bald wiederholt werden sollte.
Reges Interesse beim KI-Vortrag der vhs Amberg-Sulzbach in der Stadelreihe in Königstein. (Bild: Larissa Engelhardt)

Chancen und Risiken von KI – Informativer vhs-Vortrag in der Stadelreihe Königstein

„Was ist künstliche Intelligenz?“ Mit dieser Frage startete am 19.01.2026 der Vortrag von vhs-Dozent Robert Meier in der Stadelreihe in Königstein. Meier, seit vielen Jahrzehnten in der IT-Branche arbeitend und derzeit für ein KI-Projekt für die Bundesagentur für Arbeit tätig, stellte den heutigen Stand von KI vor und gab einen praxisnahen Einblick in die Funktionsweise von KI-Assistenten, Chatbots und Bild- und Videogenerierung, sowohl bei der Anwendung auf dem Computer als auch auf dem Smartphone. Er zeigte den Zuhörenden anhand lebensnaher Beispiele effektives „Prompten“ – Auffordern/Veranlassen der KI zu einer Aktion – und tauchte im Vorfeld auch in deren Geschichte ein: Beginnend in den 1930ern mit Alan Turing, welcher sich zu diesem Zeitpunkt schon fragte, ob Maschinen denken können, über das erste KI-Programm 1956, das sich mit logischen Schlussfolgerungen beschäftigte, bis hin zur KI, wie wir sie heute kennen mit all ihren Möglichkeiten: Erstellen von Texten, Fotos und Videos, Erkennen von Objekten über die Smartphone-Kamera, Notruf-Funktionen, medizinischen Gadgets wie der Überprüfung von Vitalwerten, Medikamenten-Erinnerung oder der Schlafanalyse, Navigations-Apps mit sofortiger Umgebungserkennung oder dem Erklären von Sachverhalten. Robert Meier beleuchtete neben den Chancen bei Automatisierung und Medizintechnik und der Erleichterung bestimmter Arbeitsprozesse aber auch die Risiken von KI, welche klar im Datenschutz, bei Fake-News und Falschinformationen oder dem Einsatz von Militärtechnik liegen. Anschließend konnten die Zuhörenden noch Fragen stellen und können nun die Verwendung von KI in ihrem Alltag sicher besser einordnen.
Langjährige Mitglieder wurden geehrt: Hinten von links: Kilian Guttenberger, Markus Rippl, Johanna Gebhard, Alois Platzer, Gaukassierin Kerstin Meisel, Vorstand Andreas Pirner, Georg Pirner. Vorne von links: Gunda Pirner, Christine Richthammer, Liselotte Pirner, Meike Hauenstein, Bürgermeister Jörk Kaduk. (Bild: Uwe Guttenberger)

Trachtenverein D'Ossinger Königstein zieht Bilanz und ehrt langjährige Mitglieder

Im Vereinsheim in der historischen Stadelreihe begrüßte Vorstand Andreas Pirner 39 von 206 Mitgliedern des Heimat- und Volkstrachtenverein D’Ossinger Königstein zur Jahreshauptversammlung. Bei seinem Rückblick auf das Vereinsjahr hob er neben der Trachtlerkirwa die Teilnahme am Oktoberfestzug in München hervor. Kassier Siegfried Lederer konnte von einem positiven Kassenstand berichten. Jugendleiter Toni Stollner hielt mit 32 Kindern und Jugendlichen ebenso viele Tanzproben ab und das abwechslungsreiche Jahresprogramm fand enormen Zuspruch. Vortänzerin Sabine Guttenberger absolvierte mit sechs Paaren achtzehn Tanzproben und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Vereinsjugend. Mit fünf Vereinsmusikern konnte Musikwart Peter Kraus die Begleitung der Tanzproben und Auftritte gewährleisten. Bürgermeister Jörk Kaduk freute sich, dass der Verein den Markt Königstein nach außen hin repräsentiert. „Sollte die Trachtlerkirwa wieder einmal auf dem Breitenstein stattfinden, könnt ihr fest mit der Unterstützung der Marktgemeinde rechnen“, versprach der Rathauschef. Lobende Worte kamen auch von Kerstin Meisel, die den Oberpfälzer Gauverband vertrat. Sie freute sich über die rege Beteiligung des Vereins an Gauveranstaltungen. Ehrennadeln des Vereins erhielten langjährige Mitglieder: Helmut Lederer und Karl Schunk für 60 Jahre Mitgliedschaft, Marianne Brunner und Gunda Pirner sind 40 Jahre im Verein und Markus Ertl, Gunda Hartmann, Liselotte Pirner, Georg Pirner sowie Uwe Guttenberger halten dem Verein seit 30 Jahren die Treue. 25 Jahre stand auf der Ehrennadel für Daniel Fischer, Johanna und Thomas Gebhard, Jürgen Seidel, Sandra Vogl und Alois Platzer. Dieser erhielt als aktiver Trachtenträger zudem die Ehrenurkunde des Oberpfälzer Gauverbandes. Weitere Vereinsabzeichen bekamen Christine Richthammer (20 Jahre), Christian Koch, Markus Rippl, Meike Hauenstein, Fabian Pscherer, Karl-Heinz Hartmann und Katja Becker-Neuberger (jeweils 10 Jahre). Jasmin und Maximilian Linn sowie Kilian Guttenberger sind fünf Jahre Vereinsmitglied.


Weitere Artikel

north