Der Weiße Sonntag trägt auch den Namen „Barmherzigkeitssonntag“ und wurde von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 eingeführt. Seit nunmehr 10 Jahren wird am Barmherzigkeitssonntag die Wallfahrtspforte der St.-Anna-Kirche in Sulzbach-Rosenberg liturgisch geöffnet. Am Freialtar des Annabergs begrüßte Pfarrer Herbert Mader mit Konzelebrant Jestin Prathap die Gläubigen, die trotz des unwirtlichen Wetters zahlreich gekommen waren. „Das Tor, welches geöffnet wird, ist auch das Tor zur Hoffnung“, mit diesen Worten verwies der Geistliche auf das vergangene Pilgerjahr, welches unter dem Leitsatz des Heiligen Jahres 2025 „Pilger der Hoffnung“ stand. Die Prozession zog vom Freialtar zur Pilgerpforte von St. Anna, wo nach dreimaligem Klopfen von Pfarrer Mader die Pforte geöffnet wurde.
Der anschließende Gottesdienst, der vom Kirchenchor St. Marien unter der Leitung von Steffen Kordmann und dem Bläserensemble unter der Leitung von Maria Boßle mitgestaltet wurde, stand im Zeichen des Glaubens und des Zweifelns, welches eindrucksvoll in der Begegnung Jesu mit Apostel Thomas im Johannes-Evangelium beschrieben wird. „Die Bibel ist voll mit Zweiflern“, so Pfarrer Mader in seiner Predigt. „Sarah zweifelte an ihrer Schwangerschaft, Mose an seiner Überzeugungskraft, die Israeliten aus Ägypten zu führen, Petrus an seiner Berufung. Wo stehst Du auf Deinem Glaubensweg?“ Auch ein starker Glaube könne keine Auflösung von Zweifeln sein, so der Geistliche. Nach den Leitmotiven der Annaberg-Wallfahrtswoche der letzten beiden Jahre „Glaube“ und „Hoffnung“ steht das Pilgerjahr 2026 unter dem Zeichen „Liebe“. Wie brennt unser Herz für Gott? Mit dem Augustinuswort „Liebe und was Du tun willst, das tu“, bedeutet: Göttliche Liebe durchdringt das Handeln so, dass aus ihr immer nur Gutes entsteht, beschloss Pfarrer Mader den Gottesdienst.
Fleißige Helferinnen und Helfer boten nach dem Gottesdienst Kaffee und Selbstgebackenes an, was trotz der Kälte von den Besucherinnen und Besuchern gern und ausgiebig genutzt wurde.