Wie lebendig und vielfältig Natur im städtischen Raum sein kann, zeigte eine Exkursion des BUND Naturschutz, in Kooperation mit dem LBV am Dienstagabend in Waldsassen. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung, um gemeinsam mit Fachleuten Flora und Fauna vor der eigenen Haustür zu entdecken.
Zum Auftakt am Rathaus begrüßte der zweite Vorsitzende des BN, Wolfgang Schödel die Gäste. Auch Bürgermeister Bernhard Sommer begleitete die rund zweistündige Führung. Dabei wurde die Bedeutung von Stadtgrün hervorgehoben – nicht nur für das Wohlbefinden der Menschen, sondern auch als kühlender Faktor in zunehmend heißen Sommern.
Unter der Leitung der Biodiversitätsberaterin Cornelia Straubinger sowie der Artenschutzexperten Harald Hertel und Roland Bönisch führte die Exkursion vom Hauptplatz durch die Klosteranlage in den Stadtpark. Zwar wurden sogenannte „Grünschneisen“ wie Parks oder Gewässer als wichtige Lebensräume thematisiert, praktisch im Fokus stand jedoch vor allem die Parkanlage Schwanenwiese. Straubinger veranschaulichte dort die Entwicklung der Grünflächen anhand historischer und aktueller Luftbildkarten. So wurde deutlich, wie sich die Flächen im Laufe der Zeit verändert haben – von einstigen Feucht- und Nutzwiesen hin zur heutigen Parklandschaft mit wertvollen Lebensräumen von Auengrünland, Erlenbruchwald und Hochstaudenfluren. Die Schwanenwiese selbst, früher eine sumpfige Niederung, beherbergt heute eine vielfältige Vegetation mit typischen Arten wie Mädesüß und Sumpfstorchschnabel. Auch entlang der Klostermauer konnten seltene Pflanzen wie Mauerraute und Schlüsselblumen entdeckt werden. Vogelkundler Wolfgang Bönisch machte zudem auf heimische Arten wie Weißstorch, Goldammer und Girlitz aufmerksam. Immer wieder entwickelte sich unter den Teilnehmenden eine lebhafte Diskussion über den Zustand der Flächen und mögliche Verbesserungen. Ein kurzer Abstecher in den Naturerlebnisgarten bot zusätzliche Inspiration für naturnahe Gestaltung im eigenen Garten.