In eine mehr als 500-jährige Geschichte eintauchen durften die Besucher der Molzmühle in Wutschdorf am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag). Den ganzen Tag über herrschte in dem historischen Anwesen an der Johannisbergstraße Festbetrieb. Schon am frühen Morgen wurde der Holzbackofen angeschürt, so dass die Besucher auch dabei sein konnten, wie Brot gebacken wurde. Die Hitze in dem steinernen Gewölbe reichte dann auch noch aus, um Schweinebraten zu brutzeln und Zwiebelkuchen zu backen. Sogar Rohrnudeln und Blechkuchen holte das Mühlenteam noch aus dem Backofen. Der Eigentümer des Anwesens, Dr. Martin Nagler, bot im Laufe des Tages drei Führungen an. Er erzählte von der langen Geschichte des Hofes, auf dem die letzte Familie gut 300 Jahre lang ansässig war. Die letzte Bewohnerin verstarb im hohen Alter im Jahr 2001. Danach hat Martin Nagler den Hof erworben, um ihn denkmalschutzgerecht zu sanieren. Die Mühle gehörte einst zu den vier großen Mühlen der Herrschaft Freudenberg, die im Jahr 1594 endete. Von dieser Zeit zeugen noch die Wappen, die über dem Hauseingang prangen. Die Mühle selbst ist ein Musterbeispiel historischer deutscher Mühlentechnik, die Anlage aus massivem Eichenholz stammt aus dem Jahr 1717. Heute wird die Molzmühle als Seminarhaus und Begegnungsort genutzt. Am Pfingstmontag gehörte sie zu den rund 700 historischen Mühlen bundesweit, die sich am Deutschen Mühlentag beteiligten.