Wie fühlt sich Torf an? Welche Tiere sind im Moor zu Hause? Und warum sind Moore eigentlich so wichtig fürs Klima? Diesen Fragen ging eine 7. Klasse der Johann-Georg-August-Wirth-Realschule Hof bei einer Exkursion ins Zeitelmoos ganz praktisch auf den Grund. Statt Unterricht im Klassenzimmer hieß es an diesem Tag: raus in die Natur, genau hinschauen und selbst ausprobieren.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Schulprojekt „Keinen lässt das Klima kalt – Leben mit dem Klimawandel“ des Vereins Energievision Frankenwald e. V. gemeinsam mit dem Projekt „MoorGen Fichtelgebirge – Moore für Generationen“ aus dem Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, das sich für die Wiedervernässung und den langfristigen Erhalt der Moore in der Region einsetzt. Im Vorfeld wurde die Klasse in einem Projekttag „Kleine Fläche – große Wirkung: Schwammlandschaften, Kohlenstoffspeicher und Ökosystem“ mit den Themen Moor und Klimaanpassung vertraut gemacht.
Vor Ort erwartete die Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm, das gemeinsam mit dem Naturpark Fichtelgebirge und den Bayerischen Staatsforsten gestaltet wurde. Ziel der Exkursion war es, den Schülerinnen und Schülern die besondere Bedeutung der Moore als Lebensraum, Klimaschützer und Bestandteil der heimischen Natur näherzubringen. An drei interaktiven Stationen konnten die Kinder verschiedene Aspekte des Ökosystems Moor entdecken. Im Mittelpunkt standen die Tierwelt des Moores, die Besonderheiten des Moorwaldes sowie das Thema Torf. Dabei erfuhren die Jugendlichen, welche Tiere an diesen einzigartigen Rückzugsraum angepasst sind, welche Rolle der Wald im Moor spielt und wie Torf über Jahrtausende entsteht. Gleichzeitig wurde verdeutlicht, warum Moore für den Klimaschutz von großer Bedeutung sind und weshalb ihr Erhalt eine wichtige Aufgabe für kommende Generationen ist.
Bei den Schülerinnen und Schülern kam die Exkursion gut an – besonders die Entnahme von Torf- und Bodenproben sorgte für erstaunte Gesichter. Durch praktische Einblicke und anschauliche Erklärungen wurde das Zeitelmoos für die Schülerinnen und Schüler zu einem lebendigen Lernort. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie Umweltbildung direkt in der Natur Begeisterung für ökologische Zusammenhänge wecken und das Bewusstsein für den Schutz wertvoller Lebensräume stärken kann.
Weitere Informationen zum Projekt „Keinen lässt das Klima kalt” sowie Anfragen für Schulklassen gibt es bei Energievision Frankenwald e. V., unter info@energie-frankenwald.de, sowie auf dem WhatsApp- Kanal „Keinen lässt das Klima kalt“ und auf Instagram.
Hintergrund: Das Projekt MoorGen
„MoorGen – Moore für Generationen“ ist ein gemeinsames Projekt des Zweckverbands Interkommunales Flächenmanagement (ZIF), des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge und des Landschaftspflegeverbands Wunsiedel e. V. Ziel ist es, die wertvollen Moorflächen im Fichtelgebirge langfristig zu schützen, wiederzuvernässen und weiterzuentwickeln. Dafür werden Moorflächen angekauft, Wasserstände angehoben und gezielte Pflege- und Restaurierungsmaßnahmen umgesetzt. Intakte Moore speichern große Mengen CO₂ und Wasser und bieten seltenen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten einen wichtigen Lebensraum. Im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge liegt mehr als die Hälfte der oberfränkischen Moorflächen – entsprechend groß ist die Bedeutung der Region für den Moorschutz. Das Projekt wird mit mehr als drei Millionen Euro aus den Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien des Bayerischen Umweltministeriums sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.