Ein vollbesetzter Bus machte sich auf den Weg in Richtung Marktredwitz. Der Nachmittag begann im Kultcafe in Wollsauerhammer, bekannt durch sein schönes, altes Ambiente und seine selbstgebackenen Kuchen.
In Marktredwitz begrüßten dann zwei Stadtführer die Ausflügler. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl wurden zwei Gruppen gebildet und dann begann auch schon die Zeitreise. Gegründet 1140 als Redwitz, lag die Stadt äußerst günstig an der Handelsstraße zwischen Nürnberg und Eger. 1339 erfolgte die Übereignung an das Kloster Waldsassen, zwei Jahre später der Verkauf an die Reichsstadt Eger. Allerdings war hier nur der katholische Bereich innerhalb der Stadtmauern betroffen. Dörflas, heute ein Stadtteil von Marktredwitz, war evangelisch und somit markgräfliches Gebiet.
Nach der Besichtigung des alten, im Renaissancestil erbauten Rathauses, ging es weiter zur Bartholomäus Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Äußerst sehenswert sind die Fresken im Chor und an der Decke.
Eine Überraschung erwartete die Gruppen im neuen Rathaus. Ein Schauspieler schlüpfte in die Rolle von Wolfgang Casper Fikentscher, dem Gründer der ersten chemischen Fabrik. Er schilderte uns dessen Werdegang und lies nicht unerwähnt, dass sogar Johann Wolfgang von Goethe zu Besuch kam.
Den Abschluss bildete die katholische Theresienkirche, wo die Gruppe bereits von Kaiserin Maria Theresia erwartet wurde. Sie erzählte uns, dass Redwitz mittlerweile zum österreichischen Kronland gehörte. Damit die Vorort stationierte Garnison ein Gotteshaus hatte, stiftete sie aus Mitteln der Salzsteuer diese barocke Kirche für die Soldaten. Die Weihe erfolgte im Jahr 1777.
Mit vielen neuen und interessanten Eindrücken ging ein erlebnisreicher und bestens organisierter Nachmittag zu Ende.