Das P-Seminar Geschichte blickt auf über vier Jahrzehnte Rawetzer Altstadtfest. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist das Rawetzer Altstadtfest einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Stadt. Wie sich das Fest seit seiner Premiere im Jahr 1982 entwickelt hat, zeigt jetzt eine Ausstellung im Stadtarchiv. Erarbeitet wurde sie vom P-Seminar Geschichte des Otto-Hahn-Gymnasiums, das sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Geschichte des Altstadtfests beschäftigt hat. „Unser Rawetzer Altstadtfest verbindet Generationen und Kulturen“, betonten die P-Seminarschüler Jakob Köllner und Adam Mühlhöfer zur Eröffnung der Ausstellung. Für das Seminar bedeutete das Projekt weit mehr als das Sichten historischer Akten. „Wir haben zahlreiche Unterlagen aus dem Stadtarchiv ausgewertet und daraus Steckbriefe zu den einzelnen Altstadtfesten erstellt“, erklärte Elias Walsch. Hinzu kamen die Auswahl historischer Fotos, die Gestaltung der Ausstellung, der Versand der Einladungen und die Organisation des Eröffnungsabends. Dabei stießen die Jugendlichen auf so manche kuriose Episode. Ludwig Heindl erinnerte an den Wettbewerb um den „Mister Obelix“, bei dem in den 1990er-Jahren Redwitzite gezogen werden mussten. Ebenso gehörten Auftritte einer peruanischen Gitarrengruppe am Berliner Platz, Konzertkarten für Mutige, die im Löwenbrunnen ein Lied sangen, sowie Sportveranstaltungen und ein umfangreiches Kinderprogramm mit Flohmarkt, Hüpfburgen und Ponyreiten zu den Entdeckungen. Interessant fanden die Schülerinnen und Schüler auch, dass das Altstadtfest erst seit 1993 jährlich gefeiert wird. Zuvor fand es im zweijährigen Turnus statt. Bei allen Veränderungen sei eines bis heute gleich geblieben: die Freude der Menschen am gemeinsamen Feiern. Die Ausstellung lade deshalb nicht nur zum Blick in die Vergangenheit, sondern auch zum Erinnern ein. „Vielleicht entdecken Sie Bilder aus Ihrer Jugend oder erkennen alte Bekannte wieder. Vor allem aber wünschen wir Ihnen, dass Sie spüren, was das Rawetzer Altstadtfest seit über vier Jahrzehnten ausmacht: Es lebt von den Menschen“, gab Raphael Schecklmann den Besucherinnen und Besuchern mit auf den Weg. Oberbürgermeister Oliver Weigel würdigte die Arbeit des Seminars. „Die Schülerinnen und Schüler haben hier etwas hervorragend Gemachtes auf die Beine gestellt“, sagte er. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Teamarbeit des Seminars und der engen Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv. „Damit habt ihr gezeigt, wie moderne Geschichtsforschung funktioniert.“ Als Dankeschön lud er das gesamte Seminar spontan zu einem gemeinsamen Pizzaessen ein. Er freue sich schon auf die nächste Auflage des Festes, die in wenigen Tage bevorstehe. „Unser Altstadtfest zieht Tausende von Besucher zum Feiern in seinen Bann“, so Weigel. Auch OHG-Schulleiter Oberstudiendirektor Stefan Niedermeier hob die Bedeutung des Altstadtfests hervor. „Vielleicht ist es ein lauer Sommerabend in der Altstadt, vielleicht der Duft von Bratwürsten oder das Wiedersehen mit Menschen, die man lange nicht getroffen hat – jeder verbindet etwas anderes mit diesem Fest. Und genau diese vielen Erinnerungen machen Geschichte aus“, sagte er. Das Altstadtfest sei weit mehr als eine Veranstaltung – es sei ein Stück gemeinsamer Erinnerung und damit ein Stück Stadtgeschichte. Sein Dank galt den Schülerinnen und Schülern, die die Ausstellung mit großem Engagement und bemerkenswerter Ausdauer umgesetzt hätten. Zum Abschluss bedankten sich Nadine Heindl und Emilia Jetz stellvertretend für das P-Seminar beim Team des Stadtarchivs bestehend aus Edith Kalbskopf, Tobias Damberger, Alexandra Veit und Max Plail. Die Ausstellung ist bis Mitte Oktober während der Öffnungszeiten des Stadtarchivs in der Ottostraße zu sehen. Dem P-Seminar gehören Amelie Hartmann, Ludwig Heindl, Nadine Heindl, Maya Jendro, Emilia Jetz, Louis Käs, Jakob Köllner, Julia Krützfeldt, Emilia Mößbauer, Adam Mühlhöfer, Raphael Schecklmann, Finn Straif, Maxim Stuckert und Elias Walsch an. Geleitet wurde das P-Seminar von Sebastian Macht.